Aktuelle Forschungsprojekte

Projekt "Global Cultures of Risk": "Insurance in Non-Western Contexts (1870–1980)"

Dieses Projekt trägt zur wachsenden Anzahl an Forschungsarbeiten bei institutionellen und kulturellen Bedingungen der Globalisierung bei. Es konzentriert sich auf den tertiären Wirtschaftssektor und seine Güter und Dienstleistungen, die eine entscheidende Rolle bei ökonomischen Entwicklungen auch in nichtwestlichen Regionen spielten. In dem man Versicherungen als repräsentative Branche des tertiären Sektors nimmt, wird die Ausdehnung des Dienstleistungssektors in die nichtwestlichen Märkte analysiert. Das Projekt befasst sich mit dem Zeitraum zwischen 1870 bis 1970.

Projekt "Issues with Europe": "A Network analysis of the German-speaking Alpine Conservation Movement (1975-2005)"

Das Projekt untersucht die komplexen europapolitischen Aushandlungsprozesse – die sich häufig in einem konflikthaften Feld mit unterschiedlichen Akteuren auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene abspielen – anhand der Auseinandersetzungen um die europäische Alpentransitpolitik mit einem komparativen Fokus auf Österreich und die Schweiz zwischen den 1970er und den 2000er Jahren. Gestützt auf einen netzwerkanalytischen Zugang analysiert das Projekt das Spannungsfeld zwischen den politischen Akteuren auf der einen und den zivilgesellschaftlichen Vertretern der deutschsprachigen Alpenschutzbewegung auf der anderen Seite.

Disentangling European HIV/AIDS Policies: Activism, Citizenship and Health (EUROPACH)

Through the lens of the HIV/AIDS epidemic, EUROPACH will explore how the past is mobilised in the unfolding of activism, health policy and citizenship in Europe. As transnational health-governing bodies seek to integrate a fortified biomedical approach into local structures of care and prevention, the project asks how the past has come to shape these structures so as to enable a reflexive and situated approach to the future. By analysing the discourses and practices that make up HIV/AIDS policy worlds in Germany, Poland, Turkey, the UK, and at the European level, EUROPACH aims to describe the varied citizenship claims (in terms of entitlements and responsibilities) that emerge across shifting notions of Europe.

Genealogical Diagramms in an Urban Society

Das von Caroline Arni geleitete Teilprojekt Sinergia-Projektes “In the Shadow of the Tree. Diagrammatics of Relatedness» befasst sich mit genealogisch-diagrammatischen Praktiken in der Stadt Basel des 19. und 20. Jahrhunderts. Untersucht werden die Stammbaumpraxis im städtischen Bürgertum sowie die Erfassung und Produktion von Verwandtschaftswissen in der psychiatrischen Klinik. Die Forschungsgruppe untersucht vergleichend Verwandtschaftsdiagramme aus verschiedenen Zeiträumen und Kontexten. Im Zentrum stehen Fragen nach der Herstellung, der Konzeption und dem Gebrauch von Diagrammen: Wie werden Daten gesammelt, vermessen, verrechnet, angeordnet? Welche Hypothesen, Theorien und Technologien liegen einem Diagramm zugrunde? Und wie werden Diagramme genutzt - in der Wissensproduktion, aber auch im Sozialen, in Kultur und Politik?

SNF-Projekt: Die Freundin. Modernes Subjekt und personale Beziehung um 1900

Die Geschichte der Freundschaft als Beziehungsideal ist eine Geschichte von Freunden, verfassten doch Meisterdenker die "Figur des Freundes" gewöhnlich in "Gestalt des Bruders". Freundschaft unter Frauen und Freundschaft zwischen den Geschlechtern hingegen waren Figuren der Unmöglichkeit. Hier setzt das Vorhaben ein. Untersucht wird, inwiefern Freundschaft für Frauen eine Praxis der Behauptung weiblicher Subjektivität sein konnte nicht trotz, sondern weil Freundschaft unter Frauen und Freundschaft zwischen den Geschlechtern negiert war: Insofern als die Unmöglichkeit der "Freundin" damit begründet wurde, dass Frauen keine individuierte Gleiche sein konnten, widerlegte weibliche Freundschaftspraxis die Behauptung weiblicher Unfähigkeit zu solcher Subjektivität. 

Geschichte der Sozialen Sicherheit der Schweiz

Aus Anlass seines 100-jährigen Bestehens hat das Bundesamt für Sozialversicherung (BSV) 2013 die Geschichte der Sozialen Sicherheit aufarbeiten lassen. Mit über hundert Beiträgen vermittelt Ihnen diese Webseite aus verschiedenen Blickwinkeln einen Zugang zur schweizerischen Sozialstaatsgeschichte. Diese Plattform ist eine Koproduktion der Universitäten Basel und Zürich sowie der Ecole d’études sociales et pédagogiques (EESP) Lausanne. Sie entstand im Auftrag des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV) und wird regelmässig überarbeitet und erweitert.

SNF-Projekt: Chemie zwischen Basel und Bombay. Eine transnationale Geschichte der Schweizer Chemieindustrie, 1907–1987

Als kapitalintensiver Industrie­zweig errichtete die Chemieindustrie bereits im frühen 20. Jahrhundert Produktionsstätten im Ausland, um neue Absatzmärkte zu erschliessen und Zollauflagen zu umgehen. Das Forschungsprojekt untersucht den Prozess dieser internationalen Ausrichtung anhand der beiden Schauplätze Schweiz und Indien. Im Fokus des Forschungsprojekts stehen zwei grosse Vorläuferfirmen der heutigen Novartis (CIBA und Geigy bzw. Ciba-Geigy), die im Verlauf des 20. Jahrhunderts im damaligen Bombay zunächst Verkaufsgesellschaften für Farben gründeten, dann Produktionsstätten für Farben und Pharmazeutika und schliesslich ein Forschungs­zentrum einrichteten. Primäres Ziel ist es, den an diesem Expansionsprozess beteiligten Akteuren nachzugehen. 

Wucher, Geld und ökonomische Rationalität 1870-1950

In diesem Forschungsprojekt wird die Geschichte des ökonomischen und politischen Konzepts «Wucher» zwischen 1870 und 1950 untersucht. Ausgehend von den wandelnden Problematisierungen, die historische Akteure mit dem strittigen Begriff «Wucher» vornahmen, lassen sich allgemeine Fragen zur Geschichte von Ökonomie, Moral und sozialer Konflikthaftigkeit im Kapitalismus erörtern. Dazu werden drei Schlüssel­momente vergleichend in den Blick genommen: erstens die Jahre nach der «Gründerkrise» genannten Wirtschafts­depression ab 1873, zweitens die Inflationszeit während der Weimarer Republik 1920-23, drittens die Epoche der un­mittelbaren Nachkriegszeit rund um die Währungsreform und die Einführung der D-Mark 1948.


Weitere Forschungsprojekte

Bühlmann, Lea     Homöostastisches Wissen im 20. Jahrhundert.
Burri, JenniferDienstmädchen, Hausangestellte. Veränderungen und Kontinuitäten der bezahlten Hausarbeit in Basel, ca. 1930–1980.
Hänggi, YvesStories of Individual Differences. Longitudinal Studies in Developmental Psychology, 1920-1980.
Leyrer, Anna TheresaDie Freundin. Modernes Subjekt und personale Beziehung um 1900.
Probst, MiloEine transnationale Geschichte des ökologischen Denkens im Kontext der libertären Bewegung, 1870-1914. 
Pursche, RobertWalter Benjamins Archive.
Suter, AnjaChemie zwischen Basel und Bombay. Eine transnationale Geschichte der Schweizer Chemieindustrie, 1907–1987.

Wenger, Jonas

Repräsentationen der Arbeit in der iranischen Fotografie, 1842-1979.

Matter, SonjaThe Age of Consent. Sexualität, Recht und die Konstruktion von Adoleszenz (20. Jh.).
Suter, MischaHistorische Semantik des Wuchers: Geld, Moral und Alltagsversorgung 1870–1950.
Reubi, SergeLuftfotografie und Sozialwissenschaften ins Frankreich der Zwischenkriegszeit. 
Ammann, Ruth    Berufung zum Engagement? Religiöse Sozialistinnen in der Schweiz der 1910er und 1920er Jahre. (Zweitbetreuung)
Angehrn, Céline

Arbeit am Beruf. Feminismus und Berufsberatung im 20. Jahrhundert.

Bachem, MalteBeruf und Persönlichkeit. Eine Geschichte von Stabilität und Flexibilität im 20. Jahrhundert. (Zweitbetreuung)
Bernasconi, SaraGeschlecht und Modernisierung. Das Gesundheitswesen in Bosnien-Herzegowina von 1878-1918 - am Fallbeispiel der Hebammen. (Zweitbetreuung)
Crain Merz, NoemiDie Frauen von Giustizia e Libertà. (Zweitbetreuung)
Isler, SimonaPolitiken der Arbeit in der schweizerischen Frauenbewegung um 1900.
Tornay, MagaliPsychoaktive Stoffe und Persönlichkeitskonzepte (1950-1990). (Zweitbetreuung)