Prof. Dr. Martin Lengwiler

Full Professor für Neuere Allgemeine Geschichte an der Universität Basel. Martin Lengwiler habilitierte sich 2004 an der Universität Zürich und nahm seither mehrere Gast- und Vertretungsprofessuren ein, unter anderem an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (2009) und an der Universität Basel (2006-2009). Er war 2001 Fellow am Historical Research Institute, University of California, Irvine, sowie 2009/10 Honorary Research Fellow an der University of Exeter (UK). Zudem ist er assoziiertes Mitglied der Projektgruppe Wissenschaftspolitik am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). 2009 wurde er an der Universität Basel auf eine Assistenzprofessur mit Tenure Track (Allgemeine Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts) berufen. 2012 wurde die Stelle in ein Ordinariat umgewandelt.

Buchpublikationen

Cover_Versorgen_Behandeln_Pflegen

"Versorgen, behandeln, pflegen. Geschichte der Psychiatrie in Graubünden."
Diese Studie bietet den ersten umfassenden und kritischen Überblick über die Bündner Psychiatriegeschichte von den Anfängen im 19. Jahrhundert bis heute. Was hat sich über die Zeit verändert, wo gibt es Kontinuitäten? Welche Rolle spielten fürsorgerische Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen? Wie sind Medikamententests an Patientinnen und Patienten vor Einführung der heutigen Prüfverfahren einzuschätzen? Die Untersuchung schliesst an aktuelle Debatten der jüngsten Psychiatriegeschichte an und stellt diese ausführlich dar, da gerade die Zeit von den 1960er Jahren bis in die Gegenwart noch kaum untersucht wurde. Zu Wort kommen unterschiedliche Perspektiven, auch die des Pflegepersonals sowie der Patientinnen und Patienten. Ausgewählte Nahaufnahmen auf Personen und Anstaltsökonomie eröffnen einen vertieften Einblick ins Innenleben psychiatrischer Anstalten und Kliniken.
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Science_Africa_and_Europe

"Science, Africa and Europe. Processing Information and Creating Knowledge". Historically, scientists and experts have played a prominent role in shaping the relationship between Europe and Africa. Starting with travel writers and missionary intellectuals in the 17th century, European savants have engaged in the study of nature and society in Africa. Knowledge about realms of the world like Africa provided a foil against which Europeans came to view themselves as members of enlightened and modern civilisations. Science and technology also offered crucial tools with which to administer, represent and legitimate power relations in a new global world but the knowledge drawn from contacts with people in far-off places provided Europeans with information and ideas that contributed in everyday ways to the scientific revolution and that provided explorers with the intellectual and social capital needed to develop science into modern disciplines at home in the metropole. This book poses questions about the changing role of European science and expert knowledge from early colonial times to post-colonial times. How did science shape understanding of Africa in Europe and how was scientific knowledge shaped, adapted and redefined in African contexts? Mehr

Fürsorgerische Zwangsmassnahmen

"Zwischen Erinnerung und Aufarbeitung. Fürsorgerische Zwangsmassnahmen an Minderjährigen in der Schweiz im 20. Jahrhundert". Seit einigen Jahren wird die Geschichte der fürsorgerischen Massnahmen an Minderjährigen aufgearbeitet. Dass dies geschehen kann, ist nicht selbstverständlich. Betroffene haben nach Jahrzehnten ihr Schweigen gebrochen, Kulturschaffende das Unrecht thematisiert und in die Öffentlichkeit getragen und staatliche Institutionen den Willen zur politischen und historischen Aufarbeitung des Geschehenen gezeigt.
Das Buch gibt Einblick in die fürsorgerischen Zwangsmassnahmen an Minderjährigen im 20. Jahrhundert und die Folgen des erfahrenen Unrechts. Es diskutiert Prinzipien und Leitvorstellungen, die mit der gesellschaftlichen Anerkennung und Aufarbeitung des Unrechts verbunden sind, und nennt die Mittel und Medien, dank deren die Gesellschaft für dieses Thema sensibilisiert worden ist. Mehr

Cover_Fremdplatziert

"Fremdplatziert. Heimerziehung in der Schweiz, 1940–1990". Seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert wurden Zehntausende Kinder und Jugendliche in der Schweiz von ihren Familien getrennt und in Pflegefamilien oder Heimen untergebracht. Über Generationen hinweg waren fremdplatzierte Kinder und Jugendliche einem Fürsorgeregime ausgesetzt, das auf physischer und symbolischer Gewalt beruhte. Die Aufarbeitung dieser Geschichte hat erst begonnen. Der vorliegende Sammelband bietet erstmals einen gesamtschweizerisch und interdisziplinär angelegten, mehrdimensionalen Überblick zur Geschichte von Fremdplatzierung und Heimerziehung mit Schwerpunkt auf der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Damit leistet er einen wichtigen Beitrag zur Sozialgeschichte der Schweiz. Mehr

Aus_erster_Hand

"Aus erster Hand. Gehörlose, Gebärdensprache und Gehörlosenpädagogik in der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert."
Gehörlose galten im 19. und 20. Jahrhundert lange als eine Gruppe von Behinderten. Zu ihren Eigenheiten gehörte die Gebärdensprache, eine Ausdrucksform, die sie vom Rest der Gesellschaft trennte. Heute verstehen sich Gehörlose als kulturelle Minderheit. Ihre Identität gründet sich zu einem wesentlichen Teil auf der Gebärdensprache. Gehörlosigkeit pauschal als Behinderung abzustempeln, lehnen sie ab.
Dieses Buch beleuchtet die wechselhafte Geschichte der Gehörlosen in der Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt stehen die Orte, an denen sich die hörende Gesellschaft und die Gehörlosengemeinde begegneten, insbesondere die Taubstummenanstalten und späteren Sprachheilschulen, die bis in die 1980er-Jahre nach der Lautsprachmethode unterrichteten. Welchen pädagogischen Umgang pflegten die Gehörlosenschulen und -anstalten mit den Gehörlosen? Wie haben sich die pädagogischen Modelle verändert, insbesondere gegenüber der Gebärdensprache? Und welche Auswirkungen hatten die Schulen auf die gesellschaftliche Marginalisierung der Gebärdensprache und auf das Leben der Gehörlosen? Die Studie stützt sich auf breite Archivbestände und zahlreiche Interviews. Erstmals kommen in dieser Studie Betroffene selbst zu Wort: Gehörlose verschiedener Generationen, aber auch eine Reihe von Schulverantwortlichen. Sie erzählen eine bislang weitgehend unbekannte Geschichte einer gesellschaftlichen Minderheit – aus erster Hand. Mehr


Sprechstunden

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  • Sozialstaatsgeschichte
  • Wissenschaftsgeschichte
  • Wirtschafts- und Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
  • Verband der Historikerinnen und Historiker Deutschlands
  • Gesellschaft für Unternehmensgeschichte (Mitglied Arbeitskreis Versicherungsgeschichte)
  • Schweizerische Vereinigung für Wirtschafts- und Sozialgeschichte
  • Schweizerischer Verein für Geschichte
  • Swiss Association for the Study of Science, Technology and Society (Gründungsmitglied)
  • European Association for the Study of Science and Technology (EASST)
  • Society for the Social Studies of Science (4S)
  • Schweizerische Vereinigung für Frauen- und Geschlechterforschung