Boris Belge

Dr. Boris Belge


Assistent (Osteuropäische Geschichte) (Departement Geschichte)

Büro

Hirschgässlein 21
4051 Basel
Schweiz

Koordination MSG Europäische Geschichte in globaler Perspektive (Departement Geschichte)

Studiengangskoordinator und Mobilitätsbeauftragter


Curriculum Vitae

seit 08/2018 Koordinator des Masterstudiengangs Europäische Geschichte in globaler Perspektive und Mobilitätsbeauftragter des Departements Geschichte

seit 08/2017 Wissenschaftlicher Assistent (Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte, Basel)

07/2016–07/2017 Habilitand (Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde, Tübingen)

07/2016 Promotion in Neuerer und Neuester Geschichte mit Schwerpunkt Osteuropäische Geschichte, Titel der Dissertation: "Klingende Sowjetmoderne. Eine Musik- und Gesellschaftsgeschichte des Spätsozialismus" (im Druck, erscheint Januar 2018 im Böhlau Verlag)

08/2010–01/2016 Akademischer Mitarbeiter (Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde, Tübingen)

10/2005–07/2010 Studium Neuere und Neueste Geschichte/Politikwissenschaft, Universität Tübingen


Aktuelles

Dissertation Boris Belge

Publikation der Dissertationsschrift

Frisch vom Druck ist nun die Dissertationsschrift von Boris Belge beim Böhlau Verlag mit dem Titel "Klingende Sowjetmoderne. Eine Musik- und Gesellschaftsgeschichte des Spätsozialismus" erschienen!

 Alfred Schnittke, Sofia Gubaidulina und Edison Denisov zählten seit den 1960er Jahren in der Sowjetunion und im Westen zu den namhaftesten Komponisten. Sie galten als „Erben Šostakovičs“ und schufen für viele Sowjetbürger aufregende Klänge, die dem oftmals widersprüchlichen und überfordernden Leben im Spätsozialismus Sinn und Bedeutung gaben. Die drei Komponisten prägten die musikalische Welt der Sowjetunion und wurden deshalb schon bald unter dem Namen „Moskauer Trojka“ bekannt. Dieses Buch zeigt, dass Komponisten, Musiker und ihre Hörer ein wichtiger Teil der sowjetischen Gesellschaft waren, die im ausgehenden 20. Jahrhundert einen hyper- und schließlich instabilen Zustand annahm.

Weitere Informationen zum publizierten Werk finden Sie hier


Die Russische Oktoberrevolution 1917 im Blick der Künste - SRF-Gespräch mit Boris Belge

Die Russische Oktoberrevolution hat das Land grundlegend verändert und später die ganze Welt. Welche Bilder, welche Musik und welche Literatur spiegeln dieses epochale Ereignis? Und sind diese Werke glaubwürdige Zeitdokumente oder nähen sie nur den Mythos?

Die Oktoberrevolution und ihre Folgen haben nicht nur das Gesicht des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt, sondern auch die Künste. Wie verarbeiten sie die Revolutionswirren? Was taugen sie als Quelle? Und wie lenken sie unseren Blick auf die Ereignisse heute?

Dr. Boris Belge vom Departement Geschichte, Bereich Osteuropäische Geschichte, spricht als Experte über die Musik der Oktoberrevolution in der SRF-Sendung "Künste im Gespräch". "Wir nehmen ein Ohr von Kompositionen, die den Geist der Revolution einfangen, sie verklären, sich von ihr abwenden oder ihr gedenken", so der Vorgeschmack von Seiten der SRF.

Reinhören in die SRF-Sendung vom 12. Oktober 2017 lohnt sich, betrachtet sie die Oktoberrevolution doch von einer anderen Seite. Um Boris Belges Beitrag zur Musik der Oktoberrevolution (von Minute 17:46-37:12) bestmöglichst zu veranschaulichen, werden die thematisierten musikalischen Kompositionen direkt eingespielt.

SRF-Sendung "Künste im Gespräch" mit Boris Belge.


Aktuelles Forschungsprojekt (Postdoc)

Umschlagorte. Eine russische Wirtschafts- und Sozialgeschichte von Häfen und Märkten vom 17. bis ins 19. Jahrhundert.

Projektleitung: Boris Belge, FinanzierungUniversity funds

Zeitraum Beginn: 01. Sep 2017 - Abschluss 31. Aug 2023

Beschreibung

Als Mitte des 19. Jahrhunderts die ersten dampfbetriebenen Schiffe mit britisch-indischem Tee im Hafen von Odessa ankamen, brach der landgestützte Karawanenhandel zwischen dem Russländischen Reich und China binnen weniger Jahre zusammen. Der Seeweg erwies sich als weit günstiger und effektiver als der Landtransport, der Kaufpreis für Tee sank in der Folge dramatisch. Wie an diesem Beispiel deutlich wird, führte die Neuorganisation transkontinentaler Warenströme im Zeitalter der "ersten Globalisierung" zu Aufstieg und Wohlstand bestimmter Gruppen und Regionen des Zarenreiches, während andere ihre Existenzgrundlage verloren. So mussten beispielsweise die traditionellen Umschlagplätze des Karawanenhandels aus China auf dem sogenannten „Sibirischen Trakt“ nun um ihren Platz im ökonomischen Gefüge des "Weltverkehrs" und des Russländischen Reiches kämpfen.

Das Projekt untersucht die Bedeutung von Waren und Warenströmen für die ökonomische, soziale und kulturelle Entwicklung im Russländischen Reich vom späten 17. bis ins ausgehende 19. Jahrhundert. Am Beispiel ausgewählter Handelswaren von hoher ökonomischer oder kultureller Relevanz (wie zum Beispiel Tee und Getreide) werden insbesondere die Auswirkungen neuer und veränderter Infrastrukturen des Handels thematisiert. Der Bau und Umbau von Häfen und Märkten prägte entscheidend, welche Vorstellungen von „gutem“ Wirtschaften zirkulierten, sowie welche Regionen sich in der russischen Wirtschaftsgeografie als ökonomisch und politisch relevante Zentren etablieren konnten. Mit diesem Ansatz sollen Warenkreisläufe und handelsökonomische Diskurse an materielle Strukturen rückgebunden werden.


  • Handel und Schifffahrt im Russischen Reich
  • Sowjetische Gesellschafts- und Kulturgeschichte im Spätsozialismus
  • Musik und Kultur im Russischen Reich und in der Sowjetunion
  • Belge, Boris: Sehnsuchtsort Hafenmetropole Odessa, in: Europa und das Meer, 2018, S. 175-185.
  • Belge, Boris: Neue Musik als europäischer Erfahrungsraum: Die Rezeption zeitgenössischer Komposition in der Sowjetunion und in Westeuropa (1953-1991), in: Hochkultur für das Volk? Literatur, Kunst und Musik in der Sowjetunion aus kulturgeschichtlicher Perspektive, 2018, S. 253-267.
  • Belge, Boris: Die Hymne der Russischen Föderation, 2018, in: dekorder.org
  • Belge, Boris: Between Party and People(s). Where Music Sounds, in: Kritika , 2017, H. 2, S. 437-443.
  • Belge, Boris: Der sowjetische Komponistenverband, der Sozialistische Realismus und das fragile Gleichgewicht der musikalischen Welt in der Brežnev-Zeit, in: Die Tonkunst , 2016, H. 2, S. 123-129.

Monographien

Belge, Boris: Klingende Sowjetmoderne. Eine Musik- und Gesellschaftsgeschichte des Spätsozialismus. Köln 2018.

 

Herausgeberschaften

Belge, Boris; Deuerlein, Martin (Hg.): Goldenes Zeitalter der Stagnation? Perspektiven auf die sowjetische Ordnung der Brežnev-Ära, Tübingen 2014 (=2). edocURL

 

Zeitschriftenaufsätze

Belge, Boris: Between Party and People(s). Where Music Sounds, in: Kritika , 2017, H. 2, S. 437-443.

Belge, Boris: Der sowjetische Komponistenverband, der Sozialistische Realismus und das fragile Gleichgewicht der musikalischen Welt in der Brežnev-Zeit, in: Die Tonkunst , 2016, H. 2, S. 123-129.

Belge, Boris: Eine "wahnsinnige Chronik des 20. Jahrhundert." Alfred Schnittkes 1. Symphonie als Schlüsselwerk der sowjetischen Musikgeschichte, in: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History , 2015, S. 170-175. edoc

Belge, Boris: Kanonendonner und Glockenklänge. Petr I. Čaikovskijs Festouvertüre "1812", in: Osteuropa , 2013, H. 1, S. 83-93.

Belge, Boris: From Peace To Freedom. How Classical Music Became Political in the Soviet Union, 1964-1982, in: Ab imperio , 2013, H. 2, S. 278-297.

Belge, Boris: Un addio comune alla modernità? Risonanze musicali attraverso i Blocchi, in: Contemporanea. Rivista di storia dell'800 e dell'900 , 2012, S. 170-179.

Belge, Boris; Gestwa, Klaus: Wetterkrieg und Klimawandel. Meteorologie im Kalten Krieg, in: Osteuropa , 2009, H. 10, S. S. 15-43.

 

Aufsätze in Sammelbänden

Belge, Boris: Neue Musik als europäischer Erfahrungsraum: Die Rezeption zeitgenössischer Komposition in der Sowjetunion und in Westeuropa (1953-1991), in: Hochkultur für das Volk? Literatur, Kunst und Musik in der Sowjetunion aus kulturgeschichtlicher Perspektive, 2018, S. 253-267.

Belge, Boris: Sehnsuchtsort Hafenmetropole Odessa, in: Europa und das Meer, 2018, S. 175-185.

    Belge, Boris: Zwischen Polystilistik und Sozrealismus. Die Schnittke-Rezeption in der Sowjetunion 1974-1981, in: Flechsig, Amrei; Weiss, Stefan (Hg.): Postmoderne hinter dem Eisernen Vorhang. Werk und Rezeption Alfred Schnittkes im Kontext ost- und mitteleuropäischer Musikdiskurse, Hildesheim/Zürich/New York 2013, S. 155-169.

    Belge, Boris: Eruption in der Erosion. Alfred Schnittke und der sowjetische Komponistenverband, in: Flechsig, Amrei; Storch, Christian (Hg.): Alfred Schnittke. Analyse - Interpretation - Rezeption, Hildesheim/Zürich/New York 2010, S. 29-51.

     

    Internetpublikationen

    Belge, Boris: Die Hymne der Russischen Föderation, 2018, in: dekorder.org