
Die Dissertation untersucht wie Klimazukünfte in der Sowjetunion während des Kalten Krieges imaginiert wurden. Im Fokus stehen sowjetische Climate-Engineering-Projekte in der Arktis, die bislang nur begrenzte wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren haben. Als nicht realisierte Infrastrukturvorhaben stellen sie eine interessante Quelle zur Rekonstruktion vergangener Zukunftsvorstellungen dar, die durch den Verlauf der Geschichte überlagert worden sind. Anhand einer Diskursanalyse um diese Projekte wird untersucht, welche Klimazukünfte für die Arktis entworfen wurden, welche epistemologischen Praktiken der Generierung entsprechender Szenarien zugrunde lagen und wie diese Ideen über den Eisernen Vorhang hinweg zirkulierten. Zugleich wird nachgezeichnet, wie sich die Vorstellungen von Klimazuküfnten im Verlauf des Kalten Krieges wandelten – von ambitionierten Visionen einer Erwärmung des arktischen Klimas hin zu späteren Konzepten, die auf die Abkühlung und Stabilisierung des Klimas ausgerichtet waren. Zur Rekonstruktion der Diskurse über sowjetische Climate-Engineering-Projekte werden insbesondere wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Publikationen herangezogen.