
Linksalternative Bewegungen stellten in der Mitte des 20. Jahrhunderts – auch unter Rückgriff auf neue entstehende psychologische Wissen – autoritäre Erziehung infrage. Diese Entwicklungen stiessen jedoch nicht überall auf Zustimmung; kritische Stimmen sahen in antiautoritären Erziehungsmethoden etwa eine Gefahr für eine Orientierungslosigkeit unter Jugendlichen. An diesen Diskurs knüpft die Dissertation an, indem sie schulische und ausserschulische Bildungsdiskurse im Hinblick auf ihre Vorstellungen von Autorität und Antiautorität untersuchen will. Im Zentrum steht dabei unter anderem die Frage, welche Argumentationsmuster im Zusammenhang mit Autorität und Antiautorität verwendet wurden und inwiefern neu entstehende psychologische Wissensbestände als Begründungen für antiautoritäre Positionen fungierten. Als Basis für die Untersuchungen dienen veröffentlichte wie unveröffentlichte Quellen.