Céline Angehrn ist wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts (Prof. Dr. Caroline Arni).
Im Sommer 2017 hat sie ihre Dissertation mit dem Titel "Arbeit am Beruf. Feminismus und Berufsberatung im 20. Jahrhundert" abgeschlossen.
Feminismusgeschichte
Geschichte der Arbeit
Schweizer Geschichte
Food History
Studium der Deutschen Philologie und Geschichte in Basel und Bielefeld
Während des Studiums Tutorin und Webredakteurin des Projekts „550 Jahre Universität Basel“ (www.unigeschichte.unibas.ch)
Sept. 2011−Aug. 2012: Startstipendiatin an der Basel Graduate School of History
Jan. 2013–Dez. 2015: wissenschaftliche Mitarbeiterin im SNF-Projekt "Differenzierungsarbeit. Aushandlungen von Arbeitskonzepten in Berufsberatung und Frauenbewegung (Schweiz, 20. Jahrhundert)"
2014/2015: Visiting Scholar an der Rutgers University, New Jersey, USA
FS 2016: Assistenzvertretung Neuere Allgemeine Geschichte, Universität Basel
HS 2016-FS 2017: Abschlussfinanzierung Forschungsfonds Förderung exzellenter Nachwuchsforschender Universität Basel / Dr. H.A. Vögelin-Bienz-Stiftung
Sommer 2017: Abschluss der Dissertation "Arbeit am Beruf. Feminismus und Berufsberatung im 20. Jahrhundert"
seit HS 2017: Assistenzvertretung Neuere Allgemeine Geschichte, Universität Basel
weitere Berufserfahrung: Lektorat, Korrektorat, Journalismus und Kommunikation
Montag, 14. Mai 2018: Workshop und Abendvortrag: Politik der Hausarbeit: Kapitalismus, Sorge und Feminismus.
Die Frage, wer wann für wen sorgt und wie diese Arbeit wertgeschätzt, entlohnt und verteilt wird, gehört zu den Kernfragen der feministischen Kritik und Wissenschaft. Namentlich Historikerinnen haben dargelegt, dass die unbezahlte Hausarbeit eine Geschichte hat, die für die Moderne wesentlich auch eine der Unsichtbarmachung ist: verklärt als „Liebesarbeit“ wurde Hausarbeit der Sphäre der „Reproduktion“ zugewiesen und erfuhr durch die scharfe kategoriale Differenz zur Sphäre der „Produktion“ eine eigentliche Entwertung. Dabei, so zeigten die Historikerinnen weiter auf, war das Funktionieren einer kapitalistischen Moderne auf die unbezahlte Arbeit von Frauen und auf ihre Dienste an anderen Menschen substanziell angewiesen.
Brachten die 1970er Jahre einen ersten Schub an Auseinandersetzung mit der Geschichte der Hausarbeit, so rückt gegenwärtig die Frage nach bezahlter und unbezahlter Reproduktions- bzw. Care-Arbeit erneut in den Fokus von Wissenschaft und Politik: Unter den Bedingungen der Globalisierung, zunehmender ausserhäuslicher Erwerbstätigkeit von Müttern und des Abbaus sozialstaatlicher Leistungen stellt sich die Frage nach der gesellschaftlichen Bedeutung und Organisation dieser Arbeit erneut. Wer leistet um welchen Preis und in welchen Arrangements diese Arbeit, die als Hausarbeit dem Unentgeltlichen zugeschlagen ist und als Dienstleistung der Vermarktlichung unterliegt?
Dabei sind Historikerinnen aufgefordert, nicht nur die Narrative der Geschichte der Hausarbeit zu prüfen, sondern in diese auch eine Geschichte der Politisierung der Hausarbeit einzubeziehen. Dazu laden wir mit Prof. em. Silvia Federici (New York) eine Wissenschaftlerin ein, die sich nicht nur seit vielen Jahren mit der Analyse von Arbeitsverhältnissen befasst, sondern ausserdem in den 1970er Jahren Protagonistin der internationalen „Lohn für Hausarbeit“-Kampagne war. Aus dieser doppelten Perspektive hat sie in den letzten Jahren viel diskutierte Schriften vorgelegt. Mit der Veranstaltung wollen wir zu einem Austausch über diese Analysen anregen.
Workshop: 9.00–12.00 Uhr
Abendvortrag: 18.15 Uhr–20.00 Uhr
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