PD Dr. Alexandra Binnenkade

Alexandra Binnenkade hat in Basel Geschichte, Kunstgeschichte und Völkerrecht studiert und promovierte mit einer mikrohistorischen Untersuchung der jüdisch-christlichen Kontaktzone als physischem Raum und heterogener Lebenswelt im Aargauer Surbtal (Schweiz, 19. Jahrhundert), die mit dem Fakultätspreis der Philosophisch-Historischen Fakultät der Universität Basel ausgezeichnet wurde. Sie forschte als Visiting Fellow am Leibniz-Institut für Bildungsmedien | Georg-Eckert-Institut in Braunschweig und an der Harvard Graduate School of Education in Cambridge (MA) im Kontext ihrer Habilitation über die Public History von race-based violence der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung (1960–2010).

Binnenkades Forschungsarbeiten befassen sich mit Ausgrenzung, Zugehörigkeit und Gewalt gegenüber Minderheiten in der Schweizer und amerikanischen Geschichte. Dazu gehören der Streik italienischer Gotthardarbeiter:innen im 19. Jahrhundert, Konflikt und Alltag im jüdisch-christlichen Zusammenleben im Surbtal, der Umgang der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Aargau mit jüdischen Geflüchteten und Antisemitismus während des Zweiten Weltkriegs, sowie rassistische Gewalt und Schwarze Agency in den USA im 20. Jahrhundert, gefördert durch ein Förderstipendium des Forschungsfonds für exzellente Nachwuchsforschende der Universität Basel, den Schweizerischen Nationalfonds, sowie die FAG Basel.

Methodisch verbindet ihr kulturhistorischer Zugang Mikrogeschichte mit diskursanalytischen und oral-history-basierten Verfahren und wird in den letzten Jahren mit einem zunehmenden Fokus auf Materialität erweitert, aktuell mit ihrer Forschung zum Schweizer extraktivistischen Bergbau im Süden der Schweiz (VS, TI, GR) im 19. und 20. Jahrhundert. Daneben ist sie als Geschichtsdidaktikerin tätig und erhielt mehrere Auszeichnungen für Lehrmittelprojekte. 

Ihr durchgehendes Interesse gilt dem kritischen Befragen der Erzählung, Erinnerung und Vermittlung von Geschichte.


Besonderen Wert legt Alexandra Binnenkade auf die Lehre, wo sie mit Studierenden auch kleinere Publikationsprojekte verfolgt hat, z.B. den Blog “The Color Line. Race Relations in Schlüsseltexten amerikanischer Autor:innen (1881-1953)”, hypotheses (https://colorline.hypotheses.org) oder den gemeinsam verfassten Kommentar auf: History at the Original Site (Peter Gautschi), April 2022 in Public History Weekly (https://public-history-weekly.degruyter.com/10-2022-3/history-original-site/#comment-19031).

Aktuell digitalisiert sie mit Studierenden Akten zur Costano S.A. in Sessa (TI) und machte mit ihnen die daraus entstehenden Daten mit Hilfe von LLMs für Forschung und Lehre erschliessbar.

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