Die Geschichtswissenschaft richtet den Blick in vergangene Zeiten, ist dabei aber fest in der Gegenwart verankert. Ihr Interesse ist es nicht, blosses Faktenwissen zu erzeugen, sondern aus dem Heute immer neue Fragen an die Vergangenheit zu stellen. Historiker und Historikerinnen untersuchen Ereignisse, Prozesse und Strukturen in der Vergangenheit anhand von Fragen aus der Gegenwart. Sie interessieren sich für alle Erscheinungen und Entwicklungen vergangener Kulturen und Gesellschaften – für Machtverhältnisse und Handelsrouten, für Festkulturen und soziale Konflikte, für Hungerkrisen und politische Symbole, für medizinisches Wissen und Familienbeziehungen, für kriegerische Ereignisse und materielle Kulturen. Ihre Deutungen der Vergangenheit gewinnen sie aus der Analyse und Interpretation von Quellen und in kritischer Auseinandersetzung mit der bestehenden Forschung. Indem die Geschichtswissenschaft die historische Dimension von gesellschaftlichen und kulturellen Phänomenen rekonstruiert und Gegenwärtiges auf Vergangenes bezieht, schafft sie ein Bewusstsein für Handlungsspielräume und für die Gestaltbarkeit von Gegenwart und Zukunft.

Schwerpunkte der Lehre und Forschung

Die Geschichtswissenschaft an der Universität Basel versteht sich als kultur- und sozialwissenschaftliche Disziplin. Sie interessiert sich für die historisch spezifische Art und Weise, auf die Menschen ihre Welt gestalteten, erlebten und interpretierten ebenso wie für die Bedingungen, unter denen sie das taten – für gesellschaftliche, ökonomische und politischen Strukturen, Organisationsformen und Machtverhältnisse.

Das Bachelorstudium der Geschichte in Basel ist epochenübergreifend angelegt. Die vier Epochen Alte Geschichte, Mittelalter, Frühe Neuzeit (16.–18. Jahrhundert) sowie Neuere und Neueste Geschichte (19./20. Jahrhundert) strukturieren den Studienverlauf. Es verbindet eine grundständige theoretisch-methodisch orientierte Ausbildung im geschichtswissenschaftlichen Handwerk mit einem Interesse für die Perspektiven anderer Disziplinen.

Die flexible Studienstruktur und das thematisch vielfältige Lehrangebot ermöglichen den Stu­dierenden, Interessensschwerpunkte zu setzen und individuelle Studienprofile zu entwickeln. Dafür nutzen sie die räumlichen, epochalen und konzeptuellen Schwerpunkte, die das Profil der Basler Geschichtswissenschaft in Forschung und Lehre prägen und beschäftigen sich etwa mit der Europäischen Geschichte in globaler Perspektive, der Geschichte Osteuropas, der Geschichte Afrikas, der Schweizer Geschichte, der Geschlechtergeschichte, der Geschichte des Wissens oder der Renaissance.

Studienaufbau

Der Bachelor ist der erste Studienabschluss vor dem Master und umfasst insgesamt 180 Kreditpunkte (KP). Geschichte wird als eines von zwei Studienfächern zu je 75 KP studiert. Hinzu kommt der komplementäre Bereich (30 KP). Ein KP entspricht ungefähr 30 Arbeitsstunden.

Bachelor of Arts (180 KP)
Geschichte
75 KP
Fach aus Phil.-Hist. Fakultät
oder ausserfakultär
75 KP
Komplementärbereich
30 KP
Zwei Studienfächer

Fächerkombination

Zweites Studienfach: Das Bachelorstudienfach Geschichte lässt sich mit einer Vielzahl anderer Fächer der Philosophisch-Historischen Fakultät oder mit einem ausserfakultären Studienfach sinnvoll kombinieren.

Im komplementären Bereich können Lehrveranstaltungen aus dem Gesamtangebot der Universität frei gewählt werden. Die Studierenden nutzen ihn häufig für die Vertiefung ihres Fachstudiums, für den Erwerb von Sprachkompetenzen (z.B. Latinum), für das interdisziplinäre Lernen oder für Auslandssemester.

Zulassungsbedingungen Bachelor

Für die Zulassung zu einem Bachelorstudium an der Philosophisch-Historischen Fakultät ist das Studiensekretariat der Universität Basel zuständig. Die Zulassung erfolgt gemäss den Zulassungsrichtlinien des Rektorates:

  • mit schweizerischem Vorbildungsausweis, 
  • mit ausländischen Vorbildungsausweis oder
  • als Gaststudent (kein Abschluss an der Universität Basel angestrebt)

    Die eidgenössische bzw. schweizerische Maturität erlaubt den Zugang zu allen Bachelorstudiengängen.

    Zu allen weiteren Fragen informieren Sie sich bitte hier.

    Einschreibedaten

    Die Anmeldung für das Bachelor- und Masterstudium – auch zu einem verspäteten Zeitpunkt – muss innerhalb festgelegter Anmeldefristen erfolgen.

    Infoveranstaltungen

    Die Universität Basel organisiert regelmässig Informationsanlässe für das Bachelor- und Masterstudium. Die Philosophisch-Historische Fakultät weist auf ihrer Veranstaltungsseite jeweils darauf hin. 
    Einige Fachbereiche bieten zusätzlich separate Informationsanlässe oder Begrüssungsveranstaltungen an. Bitte informieren Sie sich auf der Seite des entsprechenden Fachbereiches, wann und wo solche Veranstaltungen angeboten werden.

    Bachelor Prüfung & Abschluss

    Zur Bachelorprüfung können sich Studierende anmelden, die bereits 60 KP je Studienfach erbracht und die für den Abschluss zählenden Seminararbeiten absolviert haben. Der Nachweis erfolgt durch Vorlegen der Modulzuordnung oder des automatischen Bewertungsmails.

    HS 2017 FS 2018 HS 2018
    Anmeldeformular verfügbar ab 01.09.17 01.02.18 01.09.18
    Anmeldezeitraum 03.10. - 19.10.17 13.03. - 29.03.18 02.10. - 18.10.18
    Schriftliche Prüfungen 09.12. & 16.12.17 19.05. & 26.05.18 08.12. & 15.12.18
    Notenmitteilungen 25.01.18 06.07.18 25.01.19
    Prüfungseinsicht und Antrag auf Abschluss 30.01. - 15.02.18 07.08. - 16.08.18 29.01. - 14.02.19
    Diplomfeier 21.04.18 13.10.18 Datum folgt

    Unter Vorbehalt nachträglicher Änderungen.

    Weiterführende Masterstudien

    Ein Bachelorstudium der Geschichte befähigt zu verschiedenen weiterführenden geschichtswissenschaftlichen Masterstudien: Geschichte (Masterstudienfach mit Zweitfach), Osteuropäische Geschichte (Masterstudienfach mit Zweitfach, die Zulassung erfordert Sprachkenntnisse und Leistungsnachweise in Osteuropäischer Geschichte), Europäische Geschichte (Vollstudium als Masterstudiengang). Es ermöglicht ausserdem eine Zulassung zu interdisziplinären Masterstudiengängen wie z.B. African Studies und European Global Studies (in der Regel mit individuell vereinbarten Auflagen).

    Lehrdiplom

    Wer diesen Abschluss erwirbt und sich für den Lehrberuf interessiert, hat die Möglichkeit, das Lehrdiplom für die Sekundarstufe I oder Sekundarstufe II zu erwerben. Bitte informieren Sie sich über Einzelheiten und die geltenden Regelungen zur Erlangung des Lehrdiploms an einer dafür zuständigen Pädagogischen Hochschule, z.B. der Pädagogischen Hochschule FHNW oder bei der Schweizerischen Konferenz der Kantonalen Erziehungsdirektoren.

    Unterrichtskommission