PD Dr. Sophie Ruppel

Die Epochenschwerpunkte meiner Lehrtätigkeiten und Forschungen innerhalb der Geschichtswissenschaft stellen die Frühe Neuzeit und die Sattelzeit dar. Zentral sind dabei für mich die höfische Kultur, die Aufklärung sowie der Übergang zur Moderne, vorwiegend bezogen auf den europäischen Raum. 

Insbesondere sehe ich mich als Vertreterin der Historischen Anthropologie, die ich bereits in meiner Dissertation zu Geschwisterbeziehungen in frühneuzeitlichen Adelsfamilien in den Mittelpunkt gestellt hatte und die auch in meiner Habilitationsschrift zur Mensch-Pflanze Beziehung um 1800 meine Leitplanke bildete.
Neben der Historischen Anthropologie sind mir sowohl in der Forschung wie in der Lehre die Frauen- und Geschlechtergeschichte, die Wissens- und Wissenschaftsgeschichte, die Geschichte von Kommunikation und Medien, die Alltagsgeschichte und die Umweltgeschichte wichtig.

Themen, die ich in der Lehre bearbeite, sind zum Beispiel Familie, Verwandtschaft und Lebensalter, Naturwahrnehmung, Naturwissenschaft und Naturkatastrophen in der Frühen Neuzeit sowie ihre Verbindungen zur Religionsgeschichte; die Post- und Briefgeschichte, die Entstehung des Zeitschriftenwesens und die Bedingungen von Wissensproduktion und Wissenszirkulation in der Sattelzeit; aber auch Frauenbildung und weibliche Gelehrsamkeit in der Frühen Neuzeit. Die Geschichte der europäischen Aufklärung und die Geschichte der Aufklärung in der Schweiz bilden vielfach den Hintergrund für die Einzelthemen. 

Studiert habe ich in Freiburg im Breisgau, Wien und Basel. In Basel habe ich zunächst im SNF-Projekt „Briefe als Quellen der Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit“ promoviert. Die Dissertation wurde 2006 unter dem Titel Verbündete Rivalen. Geschwisterbeziehungen im Hochadel des 17. Jahrhunderts bei Böhlau/Köln veröffentlicht. Auf Tätigkeiten als Assistentin am Departement Geschichte (Universität Basel) folgten ein Referendariat für das höhere Lehramt und ein Stipendium des Forschungsfonds der Universität Basel. In den vergangenen Jahren war ich Projektmitarbeiterin und Koordinatorin im Sinergia-Projekt des Schweizer Nationalfonds „Doing House and Family. Material Culture, Social Space and Knowledge in Transition (1700-1850)“. Mein Habilitationsprojekt zur Mensch-Pflanze Beziehung am Übergang zur Moderne hatte ich im Zusammenhang mit einem Aufenthalt als Gastwissenschaftlerin in Oxford begonnen - das Buch ist nun 2019 unter dem Titel Botanophilie. Mensch und Pflanze in der aufklärerisch-bürgerlichen Gesellschaft um 1800 (erneut bei Böhlau/Köln) erschienen. Derzeit bin ich als Privatdozentin und Lehrbeauftragte an den Universitäten Basel und Luzern tätig.

  • Europäische Geschichte des 17. und 18. Jahrhunderts und der Sattelzeit
  • Briefforschung und Mediengeschichte
  • Geschichte der Familie und Verwandtschaft

  • Historische Anthropologie
  • Wissens- und Wissenschaftsgeschichte
  • Geschlechtergeschichte

 

Monographien:

Ruppel, Sophie: Botanophilie. Mensch und Pflanze in der aufklärerisch-bürgerlichen Gesellschaft um 1800, Köln 2019.

Ruppel, Sophie: Verbündete Rivalen. Geschwisterbeziehungen im Hochadel des 17. Jahrhunderts, Köln 2006. 

Herausgeberschaften:

Ruppel, Sophie und Opitz-Belakhal, Claudia (Hrsg.): Wissen schaffen (L’Homme - Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft, Jahrgang 29, Heft 1, 2018.

Ruppel, Sophie und Steinbrecher, Aline (Hrsg.): Die Natur ist überall bey uns. Mensch und Natur in der Frühen Neuzeit, Zürich 2009.

Zeitschriftenaufsätze:

Ruppel, Sophie: „Die Schätze Florens. Frauenzimmerbotaniken und botanisches Wissen um 1800“, in: L’Homme–Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft 29/1 (2018), S. 51 – 68.

Ruppel, Sophie: „Von der Phythotheologie zur Ökologie. Kreislauf, Gleichgewicht und die Netzwerke der Natur in Beschreibungen der Oeconomia naturae im 18. Jahrhundert“, in: Jahrbuch für Geschichte des ländlichen Raumes 2017 (herausgegeben von Simona Boscani Leoni und Martin Stuber unter dem Titel ‚Wer das Gras wachsen hört’, Innsbruck 2017), S. 59 – 80.

Ruppel, Sophie: „Das stillose Zeitalter. Realität und Rezeption weiblicher Briefkultur an frühneuzeitlichen deutschen Fürstenhöfen im 17. Jahrhundert“, in: Historische Mitteilungen 19 (2006), S. 67 – 82. 

Aufsätze in Sammelbänden:

Ruppel, Sophie: „Family Politics, Family Networks and the Familial Self. Sibling Letters in 17th Century German Aristocracy“, in: Von Greyerz, Kaspar; Ulbrich, Claudia  und Heiligensetzer, Lorenz (Hrsg.): Mapping the I. Research on Self-Narratives in Germany and Switzerland, Leiden / Boston 2014, pp. 251 – 266.

Ruppel, Sophie: „Subordinates, Patrons and Most Beloved. Sibling Relationships in Seventeenth-Century German Court Society“, in: Johnson, Christopher H. und Sabean, David Warren (Ed.): Sibling Relations and the Transformation of European Kinship 1300 – 1900,  New York 2010, S.  85 - 110.

Ruppel, Sophie: „Das grünende Reich der Gewächse. Vom vielfältigen Nutzen der Pflanzen im bürgerlichen Diskurs (1700 – 1830)“, in: Ruppel, Sophie und Steinbrecher, Aline (Hrsg.): Die Natur ist überall bey uns. Mensch und Natur in der Frühen Neuzeit, Zürich 2009, S. 109 – 124.

Ruppel, Sophie und Steinbrecher, Aline: „Einleitung“, in: Ruppel, Sophie und Steinbrecher, Aline (Hrsg.): Die Natur ist überall bey uns. Mensch und Natur in der Frühen Neuzeit, Zürich 2009, S.  9 – 18.

Ruppel, Sophie: „Das Pfand und Band aller Handlungen. Der höfische Brief als Medium kulturellen Austauschs“, in: Nolde, Dorothea und Opitz, Claudia (Hrsg.): Grenzüberschreitende Familienbeziehungen. Akteure und Medien des Kulturtransfers in der Frühen Neuzeit, Köln et al. 2008, S. 211 – 223.

Ruppel, Sophie: „Geschwisterbeziehungen im Adel und Norbert Elias’ Figurationssoziologie. Ein Anwendungsversuch“, in: Opitz, Claudia (Hrsg.): Höfische Gesellschaft und Zivilisationsprozess. Norbert Elias’ Werk in kulturwissenschaftlicher Perspektive, Köln et al. 2005, S. 207 – 224. 

Rezensionen, kleinere Arbeiten (Auswahl):

Ruppel, Sophie: Rezension zu: Gottfried Wilhelm Leibniz - Kurfürstin Sophie von Hannover. Briefwechsel, hrsg. von Wenchao Li, in: Zeitschrift für Historische Forschung 46 (2019), S. 563 - 565.

Ruppel, Sophie und Opitz-Belakhal, Claudia: „Über Geschlecht, Wissen und Wissenschaftskarrieren“ – ein Gepräch mit Londa Schiebinger in: L’Homme 29/1 (2018), S. 119 – 126.

Ruppel, Sophie: Rezension zu: Böth, Mareike: Erzählweisen des Selbst. Körperpraktiken in den Briefen Liselottes von der Pfalz 1652 – 1722 (Selbstzeugnisse der Neuzeit Bd. 24), Köln et al. 2015, in: Werkstatt Geschichte 74 (2016), S. 127 – 128.

Ruppel, Sophie: Rezension zu: Sabean, David W. / Teuscher, Simon und Mathieu, Jon (Hrsg.): Kinship in Europe. Approaches to Long-Term Development (1300 – 1900), New York / Oxford, 2007, in: Zeitschrift für Historische Forschung  36 (2009), S. 107 – 108.

Ruppel, Sophie: Rezension zu:  Goldgar, Anne: Tulipmania. Money, Honour and Knowledge in the Dutch Golden Age, Chicago 2000, in: Medieval History Journal 12 (2009), p. 141 – 144.


Ruppel, Sophie: Rezension zu:  Mathieu, Jon  und Boscani Leoni, Simona: Die Alpen! Zur europäischen Wahrnehmungsgeschichte seit der Renaissance, Bern / Frankfurt a.M. 2005, in: Sehepunkte 8 (2008).


Ruppel, Sophie: Rezension zu: Eming, Jutta / Jarzebowski, Claudia und  Ulbrich, Claudia (Hrsg.): Historische Inzestdiskurse. Interdisziplinäre Zugänge, Königstein/Taunus 2003, in: traverse 2005/2, S. 187 - 191. 

2019

Privatdozentin und Lehrbeauftragte an den Universitäten Basel und Luzern

November 2018

Beendigung des Habilitationsverfahrens; Venia docendi für Neuere Allgemeine Geschichte

2018
Lehrbeauftragte am Departement Geschichte der Universität Basel, am Historischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau und an der Universität Luzern

2015 – 2018
Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin im Sinergia-Projekt „Doing House and Family. Material Culture, Social Space and Knowledge in Transition (1700–1850)“ des Schweizer Nationalfonds

2014
Stipendium des Forschungsfonds der Universität Basel; Lehrbeauftragte am Departement Geschichte der Universität Basel

2013 - 2014
Referendariat am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg im Breisgau

2007 - 2012
Oberassistenz am Departement Geschichte der Universität Basel

2006
Gastwissenschaftlerin am Balliol College in Oxford; Beginn der Arbeit am Habilitationsprojekt „Grünigkeiten. Bürgerliche Pflanzenbegeisterung im 18. Jahrhundert“
Veröffentlichung der Dissertation: „Verbündete Rivalen. Geschwisterbeziehungen im Hochadel des 17. Jahrhunderts“ bei Böhlau/Köln

2005
Abschluss der Promotion

2003 - 2005
Projektmitarbeiterin im Forschungsprojekt des Schweizer Nationalfonds „Briefe als Quellen der Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit“

2002
Assistenzvertretung am Lehrstuhl von Prof. Dr. Claudia Opitz am Historischen Seminar der Universität Basel

ab 2000
Arbeit an der Dissertation zum Thema: „Geschwisterbeziehungen in der höfischen Gesellschaft des 17. Jahrhunderts“

  • Schweizerische Gesellschaft für Geschichte
  • Schweizerische Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts
  • Deutsche Gesellschaft für die Erforschung des achtzehnten Jahrhunderts
  • Arbeitskreis Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit