Dr. Sophie Ruppel

 

Die Epochenschwerpunkte meiner Lehrtätigkeiten und Forschungen innerhalb der Geschichtswissenschaft stellen die Frühe Neuzeit und ihre Übergänge zur Moderne dar. Ich befasse mich also mit dem 17. Jahrhundert, dem 18. Jahrhundert und in meinen jüngeren Arbeiten auch mit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dabei betrachte ich vorwiegend den europäischen Raum, stelle aber vielfach die für diese Epochen charakteristischen Vernetzungen und übergreifenden kulturgeschichtlichen Entwicklungen in den Fokus. 

Insbesondere sehe ich mich als Vertreterin der Historischen Anthropologie, die ich bereits in meiner Dissertation zu Geschwisterbeziehungen in frühneuzeitlichen Adelsfamilien in den Mittelpunkt gestellt habe und die auch in meiner Habilitationsschrift zur Mensch-Pflanze Beziehung um 1800 meine Leitplanke bildet.
Neben der Historischen Anthropologie sind mir sowohl in der Forschung wie in der Lehre auch die Wissens- und Wissenschaftsgeschichte, die Geschichte von Kommunikation und Medien, die Frauen- und Geschlechtergeschichte, die Alltagsgeschichte und die Umweltgeschichte wichtig. Themen, die ich in der Lehre bearbeite, sind zum Beispiel Familie und Verwandtschaft, Lebensalter, die Naturwahrnehmung und Naturwissenschaft in der Frühen Neuzeit, die Post- und Briefgeschichte, die Entstehung des Zeitschriftenwesens, die Frage nach Geschlechterrollen und Geschlechterverhältnissen in der Gesellschaft (zum Beispiel zu Pädagogik und Frauenbildung, zu frühneuzeitlichen weiblichen Gelehrten) oder das Reisen in der Frühen Neuzeit. Zunehmend interessiert mich die Geschichte der Aufklärung - wie etwa der Optimismus in der Aufklärung oder die Bedingungen von Wissenszirkulation und Wissensproduktion um 1800.

Studiert habe ich in Freiburg im Breisgau, Wien und Basel. In Basel habe ich zunächst im SNF- Projekt „Briefe als Quellen der Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit“ gearbeitet und 2005 promoviert. Die Dissertation wurde 2006 unter dem Titel „Verbündete Rivalen. Geschwisterbeziehungen im Hochadel des 17. Jahrhunderts“ bei Böhlau/Köln veröffentlicht. Im Zusammenhang mit einem Aufenthalt als Gastwissenschaftlerin in Oxford in 2006 habe ich die Arbeit an meinem Habilitationsprojekt zu „Grünigkeiten. Bürgerliche Pflanzenbegeisterung im 18. Jahrhundert“ begonnen. Tätigkeiten als Assistentin am Departement Geschichte (Universität Basel) folgten sowie ein Referendariat für das höhere Lehramt und ein Stipendium des Forschungsfonds der Universität Basel. In den vergangenen Jahren war ich Projektmitarbeiterin und Koordinatorin im Sinergia-Projekt des Schweizer Nationalfonds „Doing House and Family. Material Culture, Social Space and Knowledge in Transition (1700-1850)“. Derzeit bin ich Lehrbeauftragte am Departement Geschichte der Universität Basel.

  • Europäische Geschichte des 17. und 18. Jahrhunderts und der Sattelzeit
  • Briefforschung und Mediengeschichte
  • Geschichte der Familie und Verwandtschaft

  • Historische Anthropologie
  • Wissens- und Wissenschaftsgeschichte
  • Geschlechtergeschichte

 

Monographien:

Ruppel, Sophie: Verbündete Rivalen. Geschwisterbeziehungen im Hochadel des 17. Jahrhunderts, Köln 2006 

Herausgeberschaften:

Ruppel, Sophie und Opitz-Belakhal, Claudia (Hrsg.): Wissen schaffen (L’Homme - Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft, Jahrgang 29, Heft 1, 2018 (erscheint im April 2018).
Ruppel, Sophie und Steinbrecher, Aline (Hrsg.): Die Natur ist überall bey uns. Mensch und Natur in der Frühen Neuzeit, Zürich 2009.

Zeitschriftenaufsätze:

Ruppel, Sophie: „Die Schätze Florens. Frauenzimmerbotaniken und botanisches Wissen um 1800“, in: L’Homme–Europäische Zeitschrift für Feministische Geschichtswissenschaft 29/1 (2018), S. 51 – 68 (erscheint im April 2018).
Ruppel, Sophie: „Von der Phythotheologie zur Ökologie. Kreislauf, Gleichgewicht und die Netzwerke der Natur in Beschreibungen der Oeconomia naturae im 18. Jahrhundert“, in: Jahrbuch für Geschichte des ländlichen Raumes 2017 (herausgegeben von Simona Boscani Leoni und Martin Stuber unter dem Titel ‚Wer das Gras wachsen hört’, Innsbruck 2017), S. 59 – 80.
Ruppel, Sophie: „Das stillose Zeitalter. Realität und Rezeption weiblicher Briefkultur an frühneuzeitlichen deutschen Fürstenhöfen im 17. Jahrhundert“, in: Historische Mitteilungen 19 (2006), S. 67 – 82. 

Aufsätze in Sammelbänden:

Ruppel, Sophie: „Family Politics, Family Networks and the Familial Self. Sibling Letters in 17th Century German Aristocracy“, in: Von Greyerz, Kaspar; Ulbrich, Claudia  und Heiligensetzer, Lorenz (Hrsg.): Mapping the I. Research on Self-Narratives in Germany and Switzerland, Leiden / Boston 2014, pp. 251 – 266.
Ruppel, Sophie: „Subordinates, Patrons and Most Beloved. Sibling Relationships in Seventeenth-Century German Court Society“, in: Johnson, Christopher H. und Sabean, David Warren (Ed.): Sibling Relations and the Transformation of European Kinship 1300 – 1900,  New York 2010, S.  85 - 110.
Ruppel, Sophie: „Das grünende Reich der Gewächse. Vom vielfältigen Nutzen der Pflanzen im bürgerlichen Diskurs (1700 – 1830)“, in: Ruppel, Sophie und Steinbrecher, Aline (Hrsg.): Die Natur ist überall bey uns. Mensch und Natur in der Frühen Neuzeit, Zürich 2009, S. 109 – 124.
Ruppel, Sophie und Steinbrecher, Aline: „Einleitung“, in: Ruppel, Sophie und Steinbrecher, Aline (Hrsg.): Die Natur ist überall bey uns. Mensch und Natur in der Frühen Neuzeit, Zürich 2009, S.  9 – 18.
Ruppel, Sophie: „Das Pfand und Band aller Handlungen. Der höfische Brief als Medium kulturellen Austauschs“, in: Nolde, Dorothea und Opitz, Claudia (Hrsg.): Grenzüberschreitende Familienbeziehungen. Akteure und Medien des Kulturtransfers in der Frühen Neuzeit, Köln et al. 2008, S. 211 – 223.
Ruppel, Sophie: „Geschwisterbeziehungen im Adel und Norbert Elias’ Figurationssoziologie. Ein Anwendungsversuch“, in: Opitz, Claudia (Hrsg.): Höfische Gesellschaft und Zivilisationsprozess. Norbert Elias’ Werk in kulturwissenschaftlicher Perspektive, Köln et al. 2005, S. 207 – 224. 

Rezensionen, kleinere Arbeiten (Auswahl):

Ruppel, Sophie und Opitz-Belakhal, Claudia: „Über Geschlecht, Wissen und Wissenschaftskarrieren“ – ein Gepräch mit Londa Schiebinger in: L’Homme 29/1 (2018), S. 119 – 126 (erscheint im April 2018).
Ruppel, Sophie: Rezension zu: Böth, Mareike: Erzählweisen des Selbst. Körperpraktiken in den Briefen Liselottes von der Pfalz 1652 – 1722 (Selbstzeugnisse der Neuzeit Bd. 24), Köln et al. 2015, in: Werkstatt Geschichte 74 (2016), S. 127 – 128.
Ruppel, Sophie: Rezension zu: Sabean, David W. / Teuscher, Simon und Mathieu, Jon (Hrsg.): Kinship in Europe. Approaches to Long-Term Development (1300 – 1900), New York / Oxford, 2007, in: Zeitschrift für Historische Forschung  36 (2009), S. 107 – 108.
Ruppel, Sophie: Rezension zu:  Goldgar, Anne: Tulipmania. Money, Honour and Knowledge in the Dutch Golden Age, Chicago 2000, in: Medieval History Journal 12 (2009), p. 141 – 144.
Ruppel, Sophie: Rezension zu:  Mathieu, Jon  und Boscani Leoni, Simona: Die Alpen! Zur europäischen Wahrnehmungsgeschichte seit der Renaissance, Bern / Frankfurt a.M. 2005, in: Sehepunkte 8 (2008), URL: www.sehepunkte.de/2008/10/12069.html.
Ruppel, Sophie: Rezension zu: Eming, Jutta / Jarzebowski, Claudia und  Ulbrich, Claudia (Hrsg.): Historische Inzestdiskurse. Interdisziplinäre Zugänge, Königstein/Taunus 2003, in: traverse 2005/2, S. 187 - 191. 

November 2018: Beendigung des Habilitationsverfahrens; Venia docendi für Neuere Allgemeine Geschichte

2018
Lehrbeauftragte am Departement Geschichte der Universität Basel, am Historischen Seminar der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Breisgau und an der Universität Luzern
2015 – 2018
Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Koordinatorin im Sinergia-Projekt „Doing House and Family. Material Culture, Social Space and Knowledge in Transition (1700–1850)“ des Schweizer Nationalfonds
2014
Stipendium des Forschungsfonds der Universität Basel; Lehrbeauftragte am Departement Geschichte
2013 - 2014
Studienreferendariat am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg im Breisgau
2007 - 2012
Assistentin am Departement Geschichte der Universität Basel
2006
Gastwissenschaftlerin am Balliol College in Oxford; Beginn der Arbeit am Habilitationsprojekt „Grünigkeiten. Bürgerliche Pflanzenbegeisterung im 18. Jahrhundert“
2006
Veröffentlichung der Dissertation: „Verbündete Rivalen. Geschwisterbeziehungen im Hochadel des 17. Jahrhunderts“ bei Böhlau/Köln
2005
Abschluss der Promotion
2003 - 2005
Projektmitarbeiterin im Forschungsprojekt des Schweizer Nationalfonds „Briefe als Quellen der Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit“
2002
Assistenzvertretung am Lehrstuhl von Prof. Dr. Claudia Opitz am Historischen Seminar der Universität Basel
ab 2001
Beginn der Arbeit an der Dissertation zum Thema: „Geschwisterbeziehungen in der höfischen Gesellschaft des 17. Jahrhunderts“
1992 – 1999  
Studium der Fächer Deutsch, Englisch, Geschichte und Geographie an den Universitäten Freiburg, Wien und Basel, Staatsexamen in den Fächern Geschichte und Deutsch 

  • Schweizerische Gesellschaft für Geschichte
  • Deutsche Gesellschaft für die Erforschung des 18. Jahrhunderts
  • Arbeitskreis Geschlechtergeschichte der Frühen Neuzeit