Vertiefungsschwerpunkt Geschlechtergeschichte

"Die Freiheit (Helvetia)", 1891 von Arnold Böcklin

Was ist Geschlechtergeschichte?

Geschlechtergeschichte befasst sich mit der Vielfalt historischer Interpretationen von Geschlechterdifferenz und ihren Implikationen für Individuen und Gesellschaft. Welche Identitäten, Positionen, Beziehungsformen und Handlungsspielräume werden zu verschiedenen Zeiten aus Geschlechtszugehörigkeit abgeleitet? Und inwiefern prägen Vorstellungen über die Geschlechterdifferenz gesellschaftliche, wirtschaftliche, politische, kulturelle und ideelle Strukturen? Darüber hinaus geht es um die Geschichtlichkeit der Geschlechterdifferenz: Wie werden Unterscheidungen in Begriffen des Geschlechts historisch unterschiedlich verfasst und begründet?
Geschlechtergeschichte findet entsprechend nicht einfach da statt, wo «Geschlecht» offensichtlich thematisch ist (wie etwa in Ehe und Familie). Sie ist vielmehr eine Forschungsperspektive, die bei der Analyse verschiedenster Bereiche – Staat, Wirtschaft, Recht, Kultur etc. – in Anschlag gebracht werden kann. Dazu hat die Geschlechtergeschichte im Dialog mit anderen Disziplinen eine Vielfalt an Methoden und Theorien entwickelt und oft Ansätze erprobt, die in der Folge von der Geschichtswissenschaft allgemein aufgegriffen wurden.

Für eine Studierende, die ihr Masterstudium vor dem 01.08. 2013 begonnen haben, gibt es die Möglichkeit, eine Vertiefung im Teilfach Geschlechtergeschichte zertifizieren zu lassen. Für eine Zertifizierung müssen neben den allgemeinen Zertifizierungsbedingungen folgende Studienleistungen erbracht werden:

  • Studienleistungen im Umfang von mindestens je 5 KP in zwei historischen Epochen.
  • Studienleistungen im Umfang von 8 bis 12  KP im Studienfach Gender Studies, wobei nach Möglichkeit Veranstaltungen zur Geschlechtertheorie zu berücksichtigen sind.