Statements von den Beteiligten

Realperinnen beim Heuen. Fotografie aus dem Talarchiv

Sabine Gysin: "Die Teilnahme am Archiv-Projekt in Andermatt war eine bereichernde Erfahrung auf verschiedenen Ebenen. Es hat zum einen ganz einfach Spass gemacht, in einer Gruppe engagierter und motivierter Studenten und Studentinnen etwas zu erarbeiten. Nicht nur, weil man aus seinem "einsamen Kämmerlein" raus kam, sondern auch, weil das Projekt einen Einblick gab in einen möglichen, praktischen Arbeitsbereich des Historikers, der Historikerin. Zum andern ermöglichte der Umgang mit Originaldokumenten für mich einen direkteren Zugang zu Vergangenem. Durch das Entziffern der unterschiedlichen Handschriften, das Erfühlen des Papiers, den Schmutz an den Fingern und den Staub in der Nase wurde Geschichte – zumindest ein bisschen- erfassbar."

oben: Jan Schudel beim Sortieren im Archiv; unten: geordnete Archivschachteln.

Jan Schudel: "Das Ursern-Projekt war für mich vor allem deshalb eine besondere Erfahrung, weil in diesem Rahmen eine so intensive Teamarbeit möglich war wie sonst nie im Geschichtsstudium. Weit über hundertjährige Akten zu erschliessen, die seit Jahrzehnten nicht mehr berührt worden waren, gab mir zudem das Gefühl, beim Betreten von wissenschaftlichem Neuland mitzuwirken. Wie stark die Ergebnisse von wissenschaftlichen Arbeiten durch die Ordnung im Archiv vorstrukturiert werden, wurde mir erst bewusst, als ich sah, dass nicht bei allen Akten selbstverständlich ist, zu welcher Kategorie sie gehören. Das grosse Interesse der Talbewohner an den Ergebnissen unserer Seminar- und Lizentiatsarbeiten hat  mir zudem gezeigt, dass die mikrogeschichtliche Dimension von Geschichte wichtiger ist, als ich es bis dahin angenommen hatte."