Projektdetails

Dissertation Föhr: Historische Quellenkritik im digitalen Zeitalter

Projektleitung

Martin Lengwiler

Finanzierung

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Zeitraum

Beginn: 01. Aug 2011
Abschluss 31. Dec 2017

URL

Homepage des Projektes

Beschreibung

In den Geschichtswissenschaften wird mit digitalen Objekten gearbeitet, insbesondere da Archive und Bibliotheken ihre digitalen Angebote zunehmend ausbauen. Ausserdem werden mittels digitaler Medien im wissenschaftlichen Umfeld Informationen ausgetauscht, sodass es nötig ist, den Einfluss dieser Kommunikationsmöglichkeiten auf die Quellenbildung zu untersuchen. Die vorliegende Arbeit ist deshalb von der zentralen Fragestellung geleitet, wie sich die historische Quellenkritik durch die Verwendung von digitalen Objekten als Forschungsressource sowie digitalen Informations- und Kommunikationsmedien ver­ändert.

Spezifisch wurden sieben Fragen untersucht:

1. Welche Eigenschaften hat ein digitales Objekt und wie grenzt es sich von den bis­her bekannten Objekten ab?

Bis zur 'digitalen Wende' wurden von den Historikern hauptsächlich physische, also haptisch erfahrbare Quellen – sei dies eine Urkunde oder ein Buch. Bei der Verwendung von digitalen Objekten gilt es also zunächst deren Eigenschaften zu definieren, um sie überhaupt adäquat quellenkritisch überprüfen zu können. Thematisiert wurde in diesem Zusammenhang, ob bei einer starken Unterscheidung digitaler Objekte von bisher bekannten Objekten even­tuell von einer neuartigen Quellengattung zu sprechen ist.

2. Gibt es neue Quellen, die es analog nicht gibt, und wenn ja, welche?

Es wurde davon ausgegangen, dass es Quellen gibt, die in der analogen Welt nicht zu finden sind. Die Untersuchung hat ergeben, dass drei neue Quellentypen entstanden sind.

3. Welche Probleme entstehen durch die Eigenschaften eines digitalen Objekts bei der historisch-quellenkritischen Überprüfung (im Gegensatz zu physischen Objekten)?

Es war zu erwarten, dass bei der quellenkritischen Überprüfung von digitalen Objekten auf­grund ihrer besonderen Eigenschaften neue Herausforderungen entstehen, da die Methode hauptsächlich auf physische Objekte ausgelegt ist. Diese Erwartung hat sich bestätigt.

4. Können digitale Objekte mit der historisch-kritischen Quellenkritik überprüft wer­den?
5. Muss für digitale Objekte eine neue historisch-kritische Methode erarbeitet werden?

Trotz der oben genannten Herausforderungen wurde geklärt, ob während des Über­prüfungsprozesses die Authentizität des Objekts festgestellt werden kann. Der Prozess der quellenkritischen Untersuchung wurde um einen Schritt ergänzt. Sollte dies nicht der Fall sein, ist der Prozess neu zu definieren beziehungsweise es gilt zu fragen:

6. Welche Methoden können für die Quellenkritik digitaler Objekte in der Geschichts­wissenschaft angewendet werden?

Eine Auswahl an Methoden wurden vorgestellt.

7. Verändert sich die Arbeitsweise der historischen Zunft durch die veränderten quel­lenkritischen Anforderungen?

Die Arbeit mit den digitalen Quellen wird durch die festgestellten Änderungen im historisch-kritischen Überprüfungsprozess beeinflusst und der Historiker hat seine Arbeitsweise anzupassen.

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