Anne Hasselmann

Dr. des. Anne Hasselmann


Koordination URIS (Departement Geschichte)

Büro

Hirschgässlein 21
4051 Basel
Schweiz


Curriculum Vitae

Frühjahrssemester 2020: Lehrbeauftragte am Department Geschichte

Proseminar im FS20: "Vom Krieg zur Erinnerung. Der deutsch-sowjetische Krieg als Ereignis und Gegenstand der Gedenkkultur in der UdSSR und Russland"

Seit Januar 2019: Wissenschaftliche Koordination der Forschungsinitiative "Ukrainian Research in Switzerland" (URIS)

Frühjahr 2017: Visiting Scholar an der Rutgers University in New Brunswick (NJ) USA

2015-2018: Doc.CH Stipendiatin, Universität Basel, Departement Geschichte, Osteuropäische Geschichte

2015-2016: Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Landesmuseum Zürich: "1917 Revolution. Russland und die Schweiz" (Sonderausstellung: Februar-Juni 2017)

April 2014 - April 2015: Startstipendiatin der Basel Graduate School of History, Universität Basel

2014: Forschungsaufenthalt in Armenien/Spitak

2008-2013: Studium der Allgemeinen Geschichte, russischen Literaturgeschichte und Kunstgeschichte an der Universität Zürich und Hamburg, Masterarbeit bei Frau Prof. Dr. Sylvia Sasse zum Thema: "Die Meistererzählung des Großen Vaterländischen Krieges in Berlin-Karlshorst".

Diverse Sprachaufenthalte in der Russischen Föderation und der Ukraine. 

Tutorin am Osteuropäischen & Slavischen Seminar der Universität Zürich. 

2010-2011: Praktika im Historischen und Völkerkundemuseum St. Gallen.

2006-2007: Pädagogische Hochschule St. Gallen

2006: Maturität an der Kantonsschule Trogen, AR


Koordination "Ukrainian Research in Switzerland (URIS)"

URIS-Fellows (2017-2020) & Wissenschaftlicher Beirat

URIS-Fellows (2017-2020) & Wissenschaftlicher Beirat, Basel Januar 2020

Exkursion "Von Podil zum Majdan"

Auf der Exkursion "Von Podil zum Majdan", Kyiv September 2019

Die Initiative „Ukrainian Research in Switzerland“ (URIS) setzt sich zum Ziel, einen nachhaltigen Beitrag zur Vertiefung der Ukraine-Expertise in der Schweiz zu leisten, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und zur internationalen Vernetzung der in der Schweiz angesiedelten universitären Ukraine-Forschung beizutragen.

Seit Beginn unserer Arbeit im Februar 2017 konnten wir sechs international renommierte Expert_innen auf dem Gebiet der Ukraine-Studien für einen sechsmonatigen Lehr- und Forschungsaufenthalt an die Universität Basel einladen. Während ihres Schweiz-Aufenthaltes arbeiten die URIS-Fellows an einem aktuellen Forschungsprojekt und bieten an der Universität Basel eine Lehrveranstaltung mit Ukraine-Bezug an. Daneben beteiligen sie sich an der Organisation und Durchführung wissenschaftlicher Anlässe und stehen für Vorträge an anderen Universitäten der Schweiz zur Verfügung.

Die Zusammenarbeit mit den Osteuropa-Initiativen der anderen schweizerischen Hochschulen ist URIS hier ein besonderes Anliegen. Zur Vertiefung und nachhaltigen Verankerung der Ukraine-Expertise in der Schweiz tragen auch die von URIS in Zusammenarbeit mit verschiedenen schweizerischen Universitäten organisierten Ukrainisch-Sprachkurse, die Durchführung von Studienexkursionen in die Ukraine sowie der Aufbau einer kleinen Forschungsbibliothek mit Ukraine-Fokus an der Universität Basel bei. 

 


Forschungsprojekte

Wie der Krieg in das Museum kam. Die Gestaltung der Erinnerung in den sowjetischen Museen Moskau, Minsk und Tscheljabinsk

Gästebuch_Moskau

Das Gästebuch des Moskauer Museums der Roten Armee als Kommunikationsmedium des Stalinismus?

Minsker Muzeishichiki

PartisanInnen und UntergrundkämpferInnen als KuratorInnen des Krieges (Minsk 1944)

Tscheljabinsk

"Es gibt nichts, was es nicht gibt im Ural!" Steine als Akteure des Krieges im kraevedčeskij Museum, Tscheljabinsk (1946)

Dissertation: 2015-2019 gefördert durch den Schweizerischen Nationalfond (Doc.CH Stipendiatin)

Die historische Museumsanalyse "Zwischen Zeitzeugenschaft und Dokumentation. Die Museen in Moskau, Minsk und Tscheljabinsk, 1941-1956" trägt zu einem vertieften Verständnis der Entstehung der sowjetischen musealen Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg bei.

Zwei gängige Forschungsthesen wurden dabei widerlegt. 1. Entgegen der Forschungsmeinung war die Formierung der musealen Erinnerung an den sogenannten "Grossen Vaterländischen Krieg" kein unidirektionaler top-down Prozess. Die Agency der MuseumsmitarbeiterInnen bei der Auswahl und Darstellung des Ausstellungsnarrativs konnte gezeigt und ihre spezifischen Handlungsfreiräume im kulturellen Leben des Stalinismus ermittelt werden. 

Die Analyse der BesucherInnenrezeption zeigt, dass historische Ausstellungen unter Stalin spezifische "Lernorte" waren. Nicht nur die KuratorInnen, sondern ebenso die Museumsgäste brachten sich aktiv ein, um die Darstellung ihrer Kriegserlebnisse zu gestalten.

2. Die frühe sowjetische museale Kriegsdarstellung, die bereits wenige Monate nach dem Überfall des Deutschen Reiches (Juni 1941) begann, war heterogen und spiegelte das Kriegserlebnis in den Erfahrungsregionen Front (Moskau), besetzte und befreite Republik (Minsk) und im Hinterland (Tscheljabinsk) wider.

Diese bislang nicht analysierte lokal spezifische museale Kriegsdarstellung steht im starken Kontrast zu der im Spätstalinismus einsetzenden homogenen Meistererzählung vom "Grossen Vaterländischen Krieg". Diese Ergebnisse weisen darüber hinaus auf einen Bruch in der russischen Museologie hin, der diese anschlussfähig an die westeuropäische Museumsgeschichte im Spannungsfeld 'Krieg und Museum' macht. 

 

Auswanderung und Re-Migration der RusslandschweizerInnen

Rubelkiste

Kiste mit Rubelnoten der RusslandschweizerInnen

 

Bei den Recherchen für die Sonderausstellung des Landesmuseum "1917 Revolution. Russland und die Schweiz" machte ich im Schweizerischen Bundesarchiv (BAR) eine wertvolle Entdeckung: Eine Holzkiste mit dem Aufdruck SNB (Schweizerische Nationalbank) die 8. Millionen Russische Rubel enthielt! 

Die «Rubel-Kiste» entsprach dem kleinen Teil des Vermögens einer Gruppe von RusslandschweizerInnen, welchen diese nach ihrer Emigration im Kontext der Oktoberrevolution in die Schweiz mitnehmen konnten. Die meisten hatten jedoch in Russland ihren gesamten Besitz durch die gewaltsamen Beschlagnahmungen der Bolschewiki verloren. Verarmt und häufig ohne Arbeitsmöglichkeiten schlossen sich die «Rückkehrer» in Genossenschaften zusammen und forderten vom Bund finanzielle Ausgleichszahlungen für die unrechtmässige Enteignung ihrer verlorenen Besitztümer. 

Dieser Fund motivierte mich zu der Forschung nach der Ankunft und Integration dieser RusslandschweizerInnen, die mit den sogenannten "Heimschaffungszügen" zwischen 1918 und 1921 in der Schweiz ankamen. 

In meinem Artikel «Wir wollen keine Almosen, wir wollen unser Recht.» Die Emigration der Russlandschweizer/innen im Kontext der Russischen Revolution von 1917" argumentiere ich, dass der Kampf um die staatlichen Entschädigungszahlungen zentral für das Gelingen der Integration der von den Folgen der Russischen Revolution und des Bürgerkriegs finanziell schwer geschädigten RusslandschweizerInnen war.

Mehr zu der Rückkehr der RusslandschweizerInnen im SRF-Interview "Zeitenblende".

 

 


Lehrveranstaltungen


Neuerscheinungen

  • *Demnächst: Publikation Dissertation: Hasselmann, Anne: Wie der Krieg in das Museum kam. Die Gestaltung der Erinnerung in den sowjetischen Museen Moskau, Minsk und Tscheljabinsk. 

Publikationen

  • Hasselmann, Anne: Tagungsbericht, Provenienz und Geschichtswissenschaften / Provenance et sciences historiques, 08.11.2019 Bern, in: H-Soz-Kult, 12.12.2019, <www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-8569>.
  • Hasselmann, Anne: Mit oder ohne Stalin? Erinnerung an einen vergessenen Sieg im Deutsch-Sowjetischen Krieg, in: Histoires Continentales, histoires-continentales.ch/2019/04/13/mit-oder-ohne-stalin-erinnerung-an-einen-vergessenen-sieg-im-deutsch-sowjetischen-krieg/
  • Frey, Felix / Hasselmann, Anne: Stones at War, The Chelyabinsk War Exhibition of 1946 and Soviet Environmental Thought, in: Environmental History (im Peer-Review-Prozess).
  • Hasselmann, Anne: "Wir wollen keine Almosen, wir wollen unser Recht." Die Emigration der Russlandschweizer/innen im Kontext der Russischen Revolution von 1917, in: Zeitschrift für Schweizerische Geschichte, 3/2017, S. 316-342.
  • Hasselmann, Anne: Die Russlandschweizer und die Russische Revolution von 1917, Radiointerview, SRF Zeitenblende, Samstag 25. Februar 2017, 13:03 Uhr: https://www.srf.ch/sendungen/zeitblende/die-russlandschweizer-und-die-russische-revolution-1917 
  • Hasselmann, Anne: Porträt, Die Schweizerische Osteuropabibliothek, in: Traverse, Zeitschrift für Geschichte, 2/2016, S. 125-135.
  • Hasselmann, Anne: An Insider’s Guide to a reborn City, A Cultural and Historical Guide of the City of Spitak, Zürich 2016.
  • Hasselmann, Anne: Sektionsbericht, 50. Deutscher Historikertag (2014): Von der Sowjetunion lernen? Der gesellschaftliche Umgang mit Veteranen des sowjetischen Afghanistankrieges, in: H-Soz-u-Kult: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=5619&view=pdf 
  • Hasselmann, Anne: The Masternarrative of the Great Patriotic War in Berlin-Karlshorst, in: ACTA XXXIX Congresso della Commissione Internazionale di Storia Militare, Torino 1. - 6. Settembre 2013, Roma 2013, S. 1110 -1126.

  • Osteuropäische Geschichte
  • Geschichte der Sowjetunion
  • Geschichte des "Grossen Vaterländischen Krieges" / Zweiter Weltkrieg
  • Museologie
  • oral history
  • RusslandschweizerInnen
  • Osteuropa Forum Basel (OFB) 
  • Russischer Chor "Weisse Nächte", Zürich