Ansichten der Ausstellung "Die Verwandlung des Roten Sterns"

Die Verwandlung des Roten Sterns: Soz-Art 60er bis 90er Jahre

 

29. März – 12. Mai 2002, Projektraum M 54, Mörsbergerstrasse 54, Basel

Am 28. März 2002 eröffneten wir im Projektraum M54 die Ausstellung "Die Verwandlung des Roten Sterns". Die Ausstellung hatte die sogenannte Soz-Art zum Thema und wurde von der Ausstellungsmacherin Frau Dr. Marina Sandmann konzipiert.

Soz-Art ist eine Kunstrichtung, die in der Sowjetunion Anfang der 1970er Jahre entstanden war. Im Unterschied zur amerikanischen Pop-Art haben die Künstlerinnen und Künstler nicht die Klischees des Alltags und Konsums aufgegriffen, sondern die politischen Symbole als Teile des Alltags innerhalb des sozialistischen Systems der Stalin- und Brežnev-Ära. Die Pop-Art stellte eine Reaktion auf die Überproduktion von Waren dar, die Soz-Art eine Reaktion auf die Überproduktion von Ideologie.  Der Begriff Soz-Art stammt vom Künstler-Duo Komar und Melamid, die das Wort 1972 zur Bezeichnung ihrer Arbeit benutzt haben. Nachträglich wurde es zur Bezeichnung der ganzen Stilrichtung verwendet.

Nach der Emigration einer Reihe bedeutender Vertreterinnen und Vertreter dieser Richtung in die USA verlagerte sich der Schwerpunkt des künstlerischen Schaffens in den Westen. Die in Russland lebenden Künstlerinnen und Künstler waren auf den Untergrund angewiesen. Erst in der Zeit der Perestrojka wandten sich die Kunstschaffenden zunehmenden diesem Stil zu, daher wurden in der Ausstellung auch mehrere Beispiele aus den 1980er und 1990er Jahren gezeigt.

 

Die Ausstellung umfasste drei Teile:

 

1. Proto-Soz-Art (1960er Jahre):

Anatolij Brusilovskij

Viktor Sisojev

Michail Černischov

 

2. Soz-Art (1970er - Mitte 1980er Jahre)

V. Bachtchanjan

Alexander Kosolapov

Vitalij Komar und Alexander Melamid

Boris Orlov

D. Prigov

Leonid Sokov

Sergej Volochov

 

3. Post-Soz-Art (1980er – 1990er Jahre)

Eduard Gorochovskij

Marina Koldobskaja

Genia Chef

 

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