SemesterpOST Nr. 16, Herbstsemester 2012

 

Wir freuen uns, Sie auch in diesem Semester auf diverse Neuigkeiten des Lehrstuhls für Osteuropäische Geschichte aufmerksam zu machen. Wie schon in den vergangenen Semestern bieten wir Ihnen auch im Herbstsemester 2012 eine Reihe von interessanten Veranstaltungen an und versprechen Ihnen viele bereichernde Diskussionen. Einer der Programmhöhepunkte wird der Internationale Kongress „Krieg und Frieden. 100 Jahre Ausserordentlicher Kongress ‚Gegen den Krieg’ der Sozialistischen Internationale von 1912 in Basel und die Frage des Friedens heute“ sein. Sind Sie auch an touristischen Sehnsuchtsorten in Mittel- und Osteuropa oder an der russischen Photographiegeschichte interessiert, wird Sie unser Tagungsprogramm nicht enttäuschen.

Weitere Informationen zur internationalen Konferenz und zu den Tagungen finden Sie in der Rubrik „Tagungen“. Unser Kolloquium wird dieses Semester zusammen mit dem Institut für Jüdische Studien geführt – das Programm finden Sie unten. Eine Reihe weiterer spannender Vorträge dreht sich um das Thema „Moskau: Metropole zwischen Macht und Kultur“. Detaillierte Informationen dazu finden Sie in der Rubrik „Termine“.

Wir wünschen Ihnen eine gute Lektüre und hoffen, Sie bei der einen oder anderen Veranstaltung begrüssen zu dürfen.

 

Personalia

Laura Elias

Laura Elias studierte Geschichte und Germanistik in Berlin und Moskau und arbeitet seit Mai 2012 an der Uni Basel als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt „Russlands Aufbruch in die Moderne“. In ihrer Dissertation mit dem Titel „Geschichte der Photographie und visuelle Repräsentation des imperialen Raumes im späten Zarenreich“ befasst sie sich mit der photographischen Darstellung der multiethnischen Vielfalt des Zarenreichs und dem Bild, das v.a. die ethnographische Photographie vom peripheren Raum des Vielvölkerimperiums entwarf.

Prof. Dr. Martina Baleva

Der Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte möchte Frau Martina Baleva beim Kompetenzzentrum Kulturelle Topographien herzlichst begrüssen und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit. Frau Baleva wurde für ihre kunsthistorische Dissertation „Kunst und Nationalismus auf dem Balkan im 19. Jahrhundert am Beispiel der bulgarischen Nation“ 2011 mit dem Dissertationspreis der Fritz und Helga Exner-Stiftung der Südosteuropa-Gesellschaft in München ausgezeichnet. Von 2010-2011 war sie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften in der Interdisziplinären Arbeitsgruppe „Bildkulturen“ und von 2009-2010 beim Geisteswissenschaftlichen Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas in Leipzig im Forschungsprojekt „Erinnerungskulturen“ tätig. Frau Baleva promovierte 2007-2009 an der Universität Erlangen-Nürnberg in Kunstgeschichte. Von 2006-2007 arbeitete sie zusammen mit Prof. Dr. Ulf Brunnbauer am Konzept und der Organisation des Projekts “Feindbild Islam - Geschichte und Gegenwart antiislamischer Stereotype in Bulgarien am Beispiel des Geschichtsmythos Batak”.

 

Tagungen

Eden für jeden? Touristische Sehnsuchtsorte in Mittel- und Osteuropa (vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart)

Interdisziplinärer Workshop für Nachwuchsforscher am 19. und 20. Oktober 2012

Ort: Universität Basel, Kollegiengebäude

Eine Veranstaltung des Lehrstuhls für Osteuropäische Geschichte der Universität Basel und der School of Social Sciences (Social Anthropology) der University of Manchester.

Von Karlsbad über den Balaton ans Schwarze Meer: Vom 19. bis 21. Oktober nimmt ein internationaler Workshop touristische Sehnsuchtsorte im östlichen Europa in den Blick. Unter dem Titel „Eden für jeden?“ beschäftigen sich Nachwuchsforscher mit der Entstehung und dem Niedergang von Orten, die eine besondere Strahlkraft als touristische Zentren besassen und besitzen. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Vorstellungen und Praktiken der Touristen selbst, die diese Orte bereisen. Das multiethnische östliche Europa mit seinen starken politischen Verwerfungen und mehrfachen Grenzverschiebungen stellt eine spannende Region dar, um die Sehnsucht nach erträumten und realen Orten zu untersuchen. Damit lässt sich eine neue Perspektive auf die osteuropäischen Gesellschaften werfen, die ihre sich wandelnden Wunschbilder in den Mittelpunkt stellt. Weitere Informationen sowie das vorläufige Programm finden Sie unter:

http://dg.philhist.unibas.ch/bereiche/osteuropaeische-geschichte/aktuell/

Für Nachfragen und weitere Informationen können Sie sich an Bianca Hoenig:

 (Bianca.Hoenig-at-unibas.ch) wenden.

 

Krieg und Frieden. 100 Jahre Ausserordentlicher Kongress ‚Gegen den Krieg’ der Sozialistischen Internationale von 1912 in Basel und die Frage des Friedens heute“

Internationaler Kongress vom 22. bis 24. November 2012

Ort: Universität Basel, Kollegiengebäude

Ende November 2012 jährt sich zum hundertsten Male der „Ausserordentliche Internationale Sozialistenkongress“ oder „Friedenskongress der Sozialistischen Internationale“, der in Basel stattfand.

Anlässlich dieses Jubiläums organisieren die Universität Basel, vertreten durch das Departement Geschichte und das Seminar für Soziologie, sowie die Stiftung für Sozialgeschichte Osteuropas eine internationale, wissenschaftliche Tagung, die vom 22. bis zum 24. November 2012 im Kollegienhaus der Universität Basel stattfinden wird. Es werden über 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aktiv teilnehmen. Ziel der Tagung ist es, die historischen Hintergründe, den Verlauf und die Folgen des Basler Friedenskongresses aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten und über die Aktualität der 1912 verhandelten Fragen zu diskutieren. Darüber hinaus sollen Impulse für eine Zusammenführung von organisations- und kulturgeschichtlichen Ansätzen gegeben werden, die bislang eher getrennt verfolgt worden sind, um neue Forschungsperspektiven auf die Geschichte der Arbeiter und der Arbeiterbewegung zu eröffnen.

Mehr Informationen über das aktuelle Programm finden Sie hier:

http://basel1912-2012.ch

Für Nachfragen und weitere Informationen können Sie sich an Sandrine Mayoraz:

 (Sandrine.Mayoraz-at-unibas.ch) wenden.

Die Vorträge und Panels sind auch für ein nicht-wissenschaftliches Publikum geöffnet. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an dieser einmaligen Tagung teilzunehmen.

 

Russische Photographiegeschichte vom Zarenreich bis zur Sowjetunion“

Internationaler Workshop am 7. Dezember 2012

Ort: Universität Basel, Kollegienhaus

Die Neuigkeiten von der Erfindung der Photographie verbreiteten sich in Russland wie ein Lauffeuer. Diesem geheimnisvollen Wunder der modernen Technik wurde bereits kurz nach dessen Geburt im Jahr 1839 die faszinierte Aufmerksamkeit der russischen Presse und Wissenschaft zuteil. Mit zunehmender Beweglichkeit von Kamera und Ausrüstung begannen im Verlauf der 1860er-Jahre viele Zeitgenossen den Wunsch zu hegen, die ethnische, landschaftliche und architektonische Vielfalt des Vielvölkerimperiums zu dokumentieren. Plötzlich schien der Gedanke realisierbar, sich mithilfe der Photographie ein vermeintlich „wahres“ Bild von Raum und Mensch zu verschaffen. Neue Drucktechniken und Publikationsmittel sorgten Ende des Jahrhunderts dafür, dass immer mehr Menschen Zugriff auf das neue Medium erhielten und sich mithilfe der Photographie ihr Bild von ethnischer Vielfalt, geographischen Gegebenheiten, Architektur oder Industrialisierung konstruierten. Wie sich die neue Technik der Photographie und die dadurch entstandenen Repräsentationen von peripherem Raum und industrieller Modernisierung auf die Wahrnehmung vom Imperium ausgewirkt und inwiefern sie den kulturellen und politischen Wandel beeinflusst haben, ist bisher kaum erforscht.

Im Rahmen des Workshops stellen junge Nachwuchswissenschaftler und etablierte Historiker ihre Projekte vor und diskutieren anhand ausgewählter Texte Fachinhalte und v.a. methodische Probleme und Herangehensweisen. Wie sich das Forschungsfeld Photographiegeschichte in den letzten Jahren entwickelt hat, welche Fragen man an die Quellen stellen kann, welche Probleme die Arbeit mit dieser speziellen Quellengattung aufwirft und wie man das gesichtete Archivmaterial zum Sprechen bringt – das sind Fragen, die im Rahmen des Workshops diskutiert werden sollen.

Alle Interessenten und neugierig gewordene Studierende sind herzlich zur Teilnahme eingeladen. Um eine Anmeldung per E-Mail (bis spätestens 1. Dezember) wird gebeten bei Laura Elias: (Laura.Elias-at-unibas.ch).

Das vorläufige Programm finden Sie unter:

http://dg.philhist.unibas.ch/bereiche/osteuropaeische-geschichte/aktuell/

 

Kolloquium

Das Forschungskolloquium findet dieses Semester jeweils am Mittwoch von 18-20 Uhr im Departement Geschichte, Übungsraum (1. Stock) statt.

Im Kolloquium werden neuere Forschungsprojekte auf dem Gebiet der Osteuropäischen Geschichte bzw. der Jüdischen Studien diskutiert. In diesem Semester stehen wieder Themen im Fokus, die im Schnittfeld der Arbeitsbereiche beider Fächer angesiedelt werden können. Die eine Hälfte der Sitzungen wird dem Studium methodischer und theoretischer Texte gewidmet sein, die jeweils auf einen Gastvortrag in der folgenden Seminarsitzung vorbereiten.

Fortgeschrittene Studentinnen und Studenten der Geschichte, der Osteuropäischen Geschichte, der Osteuropastudien bzw. der Jüdischen Studien sind nachdrücklich zur Teilnahme eingeladen. 

Kontakt: Bianca.Hoenig@unibas.ch

Das Kolloquiumsprogramm finden Sie hier [PDF (49 KB)].

 

Termine

17.09.2012 18:15Uhr

„Einführungsveranstaltung für StudienanfängerInnen und Semestereröffnungsapéro“

Am Montag, 17. September 2012 findet um 18:15 Uhr im Kollegienhaus, Hörsaal 114, die Einführungsveranstaltung für Studienanfängerinnen und -anfänger statt.

Im Anschluss sind um 19:00 Uhr alle Studierenden herzlich zum Semestereröffnungsapéro im Slavischen Seminar eingeladen. In diesem Rahmen werden vier Studierende über ihren jüngst abgeschlossenen Auslandaufenthalt berichten.

 

07. bis 09. Februar 2013

„Regional, national, imperial... Selbstentwürfe und autobiographische Praxis im späten Russischen, Habsburger und Osmanischen Reich“

Basler Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte an den 3. Schweizerischen Geschichtstagen in Freiburg 2013.

Der Basler Basler Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte wird sein Forschungsvorhaben zur autobiographischen Praxis im imperialen Vergleich bei den 3. Schweizerischen Geschichtstagen in Freiburg 2013 präsentieren. Das Panel "Regional, national, imperial... Selbstentwürfe und autobiographische Praxis im späten Russischen, Habsburger und Osmanischen Reich" findet am Samstag, den 9. Februar statt. Die autobiographische Praxis in den Imperien wird dabei als Akt sozialer Kommunikation verstanden; die Selbstzeugnisse ausgewählter Akteursgruppen werden nach Interpretationen imperialer Herrschaft, nach Wahrnehmungsmustern imperialer Räume sowie nach der Wirkungsmächtigkeit konkurrierender Konzepte kollektiver Identität (imperialer, nationaler, sozialer, religiöser, geschlechtsspezifischer Natur) befragt.

Für mehr Informationen:

http://www.geschichtstage.ch/panel/82/regional-national-imperial-selbstentwrfe-und-autobiographische-praxis-im-spten-russischen-habsburger-und-osmanischen-reich

 

Dienstags 18-20 Uhr

Moskau: Metropole zwischen Macht und Kultur

Die Ringvorlesung ist eine Kooperation des Slavischen Seminars und des Kompetenzzentrums Kulturelle Topographien der Universität Basel. Als wissenschaftlicher Beitrag ist sie Teil des Festivalprogramms der culturescapes Moskau (http://www.culturescapes.ch/moskau2012).

Die Vorträge finden im Vesalianum, Vesalgasse 1 der Universität Basel statt.

Das Programm sowie ausführlichere Informationen zu den einzelnen Vorträgen finden Sie auf http://kultop.unibas.ch/veranstaltungen/2012/moskau/.

 

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