SemesterpOST Nr. 14, Herbstsemester 2011

 

Wie stets zu Beginn eines neuen Semesters möchten wir Sie auf die Neuigkeiten des Lehrstuhls für Osteuropäische Geschichte und die Programmhöhepunkte des kommenden Halbjahres aufmerksam machen. Neben der Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Frithjof Benjamin Schenk, einer Ausstellung zur ersten Professorin an der Universität Basel und dem reichhaltigen Kolloquiumsprogramm finden Sie in der 14. Ausgabe der SemesterpOST Nachrichten, Veranstaltungshinweise sowie Kurzportraits der neuen Mitarbeitenden am Lehrstuhl. Wir wünschen viel Spass bei der Lektüre und hoffen, Sie bei der einen oder anderen Veranstaltung begrüssen zu dürfen.

 

Personalia

Dr. Alexis Hofmeister

Seit Mai dieses Jahres ist Dr. Alexis Hofmeister wissenschaftlicher Mitarbeiter am Projekt «Imperiale Biographien». In Köln, London und Leipzig beschäftigte er sich mit Osteuropäischer, Mittlerer und Neuerer sowie Jüdischer Geschichte. 2007 erschien seine Doktorarbeit zum jüdischen Vereinswesen in Odessa um 1900. Im Moment arbeitet er an einer Darstellung der jüdischen Autobiographik im Russischen Reich in transimperialer Perspektive. Alexis Hofmeister wird neben seiner Tätigkeit für das Projekt «Imperiale Biographien» auch in der Lehre tätig sein.

Nähere Informationen zum Forschungsprojekt «Imperiale Biographien» finden Sie unter:

http://histsem.unibas.ch/seminar/personen/person-details/forschungsprojekte/projekt-detailseite/person/schenk-1/?tx_x4euniprojectsgeneral pi1%5BshowUid%5D=6433&cHash=77edd89dfcb04ae08dc944456ad4347b

 

lic. phil. Thomas Bürgisser

Thomas Bürgisser war bereits 2008-09 als wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte tätig. In diesem Herbstsemester kommt er als Lehrbeauftragter für Südosteuropäische Geschichte zurück nach Basel. Er studierte Osteuropäische Geschichte, Slavistik und Neuere Allgemeine Geschichte in Basel und Zagreb. Seit Juli 2009 ist er Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsgruppe Diplomatische Dokumente der Schweiz (DDS) in Bern.

 

Carla Cordin M.A.

Carla Cordin wird im Herbstsemester als Hilfsassistentin für das Projekt «Imperiale Biographien» am Lehrstuhl tätig sein. Sie machte ihren Masterabschluss 2011 in Basel und bereitet derzeit Ihre Promotion im Fach Osteuropäische Geschichte vor.

 

Projekte und Ausschreibungen

Forschungsprojekt «Russlands Aufbruch in die Moderne»

Am 1. Dezember 2011 startet am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte in Basel die Arbeit an dem von der VolkswagenStiftung finanzierten Forschungsprojekt „Russlands Aufbruch in die Moderne“.

Das Forschungsprojekt versteht sich als Beitrag zur historischen Imperienforschung, die seit den frühen 1990er Jahren die Agenda der Osteuropäischen Geschichte massgeblich bestimmt. Am Beispiel des Russländischen Reiches wird untersucht, welche Hoffnungen imperiale Eliten im 19. Jahrhundert in moderne Technik und Infrastruktur setzten und wie der Bau und die Nutzung von Eisenbahn, elektrischer Telegrafie und Fotografie sozialräumliche Ordnungs- und Wahrnehmungsmuster im Zarenreich nachhaltig veränderten.

Weitere Informationen zur Ausrichtung des Projekts finden Sie unter:

http://histsem.unibas.ch/nc/seminar/personen/person-details/eigene-seiten/person/schenk-1/content/forschungsprojekt-russlands-aufbruch-in-die-moderne/

 

Ausschreibung: Zwei Promotionsstellen in Osteuropäischer Geschichte

Im Rahmen des Forschungsprojektes „Russlands Aufbruch in die Moderne“ sind am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte zum 1. Dezember 2011 zwei Promotionsstellen zu besetzen. Bewerbungsschluss: 30. September 2011.

Nähere Informationen finden Sie unter:

http://histsem.unibas.ch/aktuelles/newseintrag/article/158/stellenausschreibung-18/

 

Veranstaltungen

«Elsa Mahler - Die erste Professorin der Universität Basel und ihre slavistisch-volkskundlichen Sammlungen»



Eine Ausstellung in der Universitätsbibliothek Basel
vom 17.09 bis 24.11. 2011

Ort: Schönbeinstrasse 18-20, 4056 Basel


Öffnungszeiten: Mo-Sa 08.30-21.00 Uhr


Eintritt frei



Elsa Mahler (1882-1970) stammte aus einer russlandschweizerischen Familie in Moskau und erhielt 1938 als erste Frau an der Universität Basel einen Professorentitel.

Die Ausstellung geht der Biographie und Laufbahn dieser aussergewöhnlichen Frau, ihrem Studium und ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit in Sankt Petersburg sowie ihrer Lehr- und Forschungstätigkeit in Basel, nach.

Einen besonderen Platz in der Ausstellung nehmen Elsa Mahlers volkskundliche Sammlungen ein: Tonaufnahmen, Bilder und Filmsequenzen aus ihren Besuchen bei russischen Gemeinden im Estland der Zwischenkriegszeit.

 

«Die Schweiz als Ort der russischen Geschichte»

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Frithjof Benjamin Schenk, Extraordinarius für Osteuropäische Geschichte. Die Veranstaltung findet statt am Montag, 4. Oktober 2011 um 17.15h in der Aula der Museen an der Augustinergasse, Augustinergasse 2, Basel. Im Anschluss gibt es einen Empfang mit Apéro im Foyer des Museums.

 

«1861 als ein russischer und sowjetischer 'Lieu de mémoire'. Erzählung und Erinnerung der Abschaffung der Leibeigenschaft»

Internationale Konferenz zur Erinnerung an die Bauernbefreiung in Russland

28.-30. Oktober 2011

Ort: Englisches Seminar, Nadelberg 6

Die vom Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte organisierte Tagung beschäftigt sich mit der Geschichte der Erinnerung und Deutung der Bauernbefreiung im Zarenreich in den vergangenen 150 Jahren. Im Mittelpunkt stehen weniger die historischen Entwicklungen, die zu der Abschaffung der Leibeigenschaft in Russland führten bzw. aus dieser resultierten, sondern diskutiert werden soll vielmehr, wie sich die Interpretation und Erinnerung an dieses Ereignis in den folgenden eineinhalb Jahrhunderten in Russland und der UdSSR veränderten. Dabei werden Selbstzeugnisse vormals leibeigener Bauern ebenso unter die Lupe genommen wie wissenschaftliche Literatur, Denkmäler, Belletristik und das Medium Film. Ziel ist es, das Jahr 1861 konzeptionell als russischen bzw. sowjetischen Erinnerungsort (lieu de mémoire) zu fassen und nach Formen der Re-aktualisierung, Bedeutungszuschreibungen bzw. Neuinterpretationen dieses Schlüsselereignisses der neueren russischen Geschichte in verschiedenen Medien zu fragen.

Interessenten, insbesondere Studierende und Doktoranden sind herzlich willkommen. Um Anmeldung wird gebeten bei: David.Aragai-at-stud.unibas.ch

Das Tagungsprogramm finden Sie unter:

http://histsem.unibas.ch/bereiche/osteuropaeische-geschichte/projekte-konferenzen-initiativen/konferenzen/

 

Kolloquium

Das Kolloquium zur Osteuropäischen Geschichte findet dieses Semester zum Thema «Landleben – Geschichte Osteuropas jenseits der Zentren» statt. Es findet neu jeweils Mittwoch von 18-20 Uhr im Seminarraum 4 statt.

Im Forschungskolloquium werden neuere Forschungsprojekte aus dem Gebiet der Osteuropäischen Geschichte vorgestellt und diskutiert. Ziel ist es, fortgeschrittenen Studierenden die Möglichkeit zu geben, sich einerseits mit aktuellen Forschungsthemen und andererseits mit unterschiedlichen theoretischen Ansätzen vertraut zu machen. Deshalb ist jede zweite Sitzung dem Studium methodischer und theoretischer Texte gewidmet, die jeweils auf einen Gastvortrag in der folgenden Seminarsitzung vorbereiten.

Die Texte sind auf ISIS abrufbar. Das Kolloquium richtet sich insbesondere an fortgeschrittene Studierende und Doktoranden der Osteuropastudien, der Geschichte und der Osteuropäischen Geschichte, die herzlich und nachdrücklich zur Teilnahme eingeladen sind.

Kontakt: Bianca.Hoenig-at-unibas.ch

Programm im HS 2011:

21.09.2011

 

Vorbesprechung

28.09.2011

 

Textlektüre: Michiel Baud/Willem van Schendel: Toward a Comparative History of Borderlands. In: Journal of World History 8 (Fall 1997) H. 2, S. 211-42.

05.10.2011

 

Sören Urbansky (Freiburg i. Br.): Hinter Schloss und Riegel? Die Militarisierung des sowjetisch-chinesischen Grenzlands in den 1920er-1940er Jahren

12.10.2011

 

Textlektüre: Ivan Volgyes: Politics and Pollution in Western and Communist Societies. In: Ders. (Hg.): Environmental Deterioration in the Soviet Union and Eastern Europe. New York 1974, S. 1-7; und: Ferkiss, Victor: Nature, Technology, and Society. Cultural Roots of the Current Environmental Crisis. New York 1993, S. 105-118.

19.10.2011

 

Bianca Hoenig (Basel): Schafe, Skifahrer, Sozialisten. Die Tatra als Naturraum nach 1945

26.10.2011

 

Textlektüre: Donald Worster: Transformations of the Earth: Toward an Agroecological Perspective in History. In: The Journal of American History 76 (1990) S. 1087-1106.

02.11.2011

 

Marc Elie (Paris): Dürren, Erosion, Klimawandel und die Krise der sowjetischen Landwirtschaft in den Steppengebieten, 1960er-1980er Jahre

09.11.2011

 

Textlektüre: John Doyle Klier: Russians, Jews, and the Pogroms of 1881-1882. Cambridge u.a. 2011, S. 58-88.

14.11.2011 (Montag!!)

 

ACHTUNG, ZEIT UND ORT GEÄNDERT! FINDET MONTAGS IM INSTITUT FÜR JÜDISCHE STUDIEN STATT!!!

Darius Staliunas (Vilnius/München): Not Deadly Pogroms in Lithuania (19th century)

23.11.2011

 

Textlektüre: Genauer Text wird noch bekanntgegeben.

30.11.2011

 

Jerzy Kochanowski (Warschau/Jena): War der Schwarzmarkt in der Volksrepublik Polen wirklich schwarz?

07.12.2011

 

Textlektüre: Erika Fischer-Lichte: Performance, Inszenierung, Ritual. Zur Klärung kulturwissenschaftlicher Schlüsselbegriffe. In: Jürgen Martschukat/Steffen Patzold (Hg.): Geschichtswissenschaft und „performative turn“. Ritual, Inszenierung und Performanz vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Köln, Weimar, Wien 2003, S. 33-54.

14.12.2011

 

Dietlind Hüchtker (Leipzig): Heldinnen der Peripherie. Die Inszenierung von Frauenpolitik in Galizien um 1900

21.12.2011

 

Virtuelles Seminar Čeljabinsk

Die Textlektüre steht in Zusammenhang mit dem jeweils nachfolgenden Vortrag.

 

Termine

 

17. September – 24. November 2011, jeweils 8.30 – 21.00 Uhr

Elsa Mahler – die erste Professorin der Universität Basel

Ausstellung in der Universitätsbibliothek

 

4. Oktober 2011, 17.15 Uhr

Antrittsvorlesung von Prof. Dr. Frithjof Benjamin Schenk zum Thema:

«Die Schweiz als Ort der russischen Geschichte»

In der Aula der Museen an der Augustinergasse 2, Basel

 

28. – 30. Oktober 2011

Internationaler Workshop zur Erinnerung an die Bauernbefreiung in Russland 1861

Englisches Seminar, Nadelberg 6

 

9. November 2011, 18.00 Uhr

Themenabend zu Elsa Mahler

Begleitveranstaltung zur Ausstellung im Vortragssaal der Universitätsbibliothek

Nähere Informationen finden Sie unter:

http://www.ub.unibas.ch/ub-hauptbibliothek/dienstleistungen/schulungen-veranstaltungen/themenabende/#c448

 

Weitere Informationen und Termine unter:

http://osteuropa.unibas.ch/aktuell/  

http://histsem.unibas.ch/bereiche/osteuropaeische-geschichte/aktuell/

http://slavistik.unibas.ch/index.php?id=12268

 

Kontakt

Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte

Historisches Seminar, Universität Basel

Hirschgässlein 21

CH-4051 Basel

Tel.: 061 295 96 66

Fax: 061 295 96 40

e-mail: osteuropa-histsem-at-unibas.ch

 

[zurück]