SemesterpOST Nr. 13, Februar 2011

 

Neuigkeiten zum Semesterstart

Das letzte Semester stand im Zeichen des Umbruchs: Nach 19 Jahren Tätigkeit als Professor für Osteuropäische Geschichte am Historischen Seminar der Universität Basel wurde Heiko Haumann im Sommer 2010 emeritiert. Das Herbstsemester brachte daraufhin einen Neuanfang. Zunächst wurde der Lehrstuhl von PD Dr. Rolf Wörsdörfer und PD Dr. Frithjof Benjamin Schenk gemeinsam vertreten. Nun hat ab Februar 2011 Frithjof Benjamin Schenk als Extraordinarius den Lehrstuhl offiziell übernommen. Das Historische Seminar und im besonderen Masse das Team um den Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte ist froh, dass der Wechsel so unkompliziert verlief, dankt Rolf Wörsdörfer für sein Engagement im Herbstsemester und wünscht Frithjof Benjamin Schenk für die kommenden Jahre viel Spass und Erfolg.

 

PERSONALIA

Prof. Dr. Frithjof Benjamin Schenk

Nachdem der Universitätsrat im Spätsommer Prof. Dr. Frithjof Benjamin Schenk zum Extraordinarius für Osteuropäische Geschichte gewählt hatte, übernahm er am 1. Februar 2011 offiziell die Leitung der Geschäfte. In den letzten Jahren war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Ludwig-Maximilians-Universität München. In Stuttgart 1970 geboren, studierte er Ost- und Südosteuropäische sowie Neuere Geschichte und Volkswirtschaftslehre in Marburg, St. Petersburg und Berlin. 2002 wurde er an der Freien Universität Berlin über russische Geschichtsbilder und Konzepte kollektiver Identität vom 13. bis 20. Jahrhundert promoviert. Schenks wissenschaftliche Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. 2006/07 war er Stipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung und von 2009 bis 2011 Dilthey-Fellow der Volkswagen-Stiftung. Kürzlich hat er sein Habilitationsprojekt über Mobilität und die Neuordnung sozialer Räume in Russland im Eisenbahnzeitalter abgeschlossen.

Schenk hat sich auf die neuere und neueste Geschichte Osteuropas und Ostmitteleuropas unter besonderer Berücksichtigung kultur- und sozialhistorischer Fragestellungen spezialisiert. Zu seinen Schwerpunkten in Forschung und Lehre zählen die Geschichte von Erinnerung und Konzepten kollektiver Identität, die Raum- und Kommunikationsgeschichte, die vergleichende Imperiengeschichte, die Geschichte politischer Gewalt und die Stadtgeschichte. In Basel wird er das Fach Osteuropäische Geschichte in seiner ganzen Breite mit einem Fokus auf das 19. und 20. Jahrhundert vertreten. Schenk ist verheiratet und Vater zweier Töchter und mittlerweile schon in Basel sesshaft geworden.

Dr. Julia Richers

Nach neun Jahren wird Julia Richers den Lehrstuhl als Assistentin leider verlassen. Julia Richers wurde 2005 mit einer von der Basler Philosophisch-Historischen Fakultät ausgezeichneten Arbeit über das ungarische, speziell Budapester Judentum im 19. Jahrhundert promoviert und beschäftigt sich seitdem mit der Eroberung des Kosmos durch die Sowjetunion. Ihr Habilitationsprojekt „Kosmos- und Raumfahrtfieber in der Sowjetunion zwischen Technikkult und sozialen Utopien“ wird seit Anfang 2011 vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert. Julia Richers wird dem Lehrstuhl deshalb auch in den nächsten Jahren noch erhalten bleiben und sehr nahe stehen.

Bianca Hoenig M.A.

Die Nachfolge von Julia Richers trat am 1. Februar 2011 Bianca Hoenig an. Geboren 1983 in Herbolzheim, studierte sie studierte sie in Freiburg /Br. und München Osteuropäische Geschichte und Politikwissenschaften. Studien- und Forschungsaufenthalte führten sie u.a. nach Polen und Tschechien. In Basel wird sie ihre Dissertation zum Thema „Die Tatra als sozialistisches Labor – Das Spannungsfeld von Naturschutz und Naturnutzung am Beispiel der Tatra, 1945-1989“ verfassen. Wir wünschen ihr für ihren Anfang im Basler Osteuropa-Team viel Erfolg.

Dr. des. Laura Polexe

Ein weiterer Wechsel wird auf der Projektassistenz des Lehrstuhls erfolgen. Seit Oktober 2008 war Laura Polexe am Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte beschäftigt, betreute intensiv das Konferenzprojekt „Krieg und Frieden. 100 Jahre Ausserordentlicher Kongress der Sozialistischen Internationale ‚Gegen den Krieg‘ von 1912 in Basel und die Frage des Friedens heute“ (Basel, 23./24. November 2012) und führte zahlreiche Lehrveranstaltungen durch. Im letzten Jahr wurde sie an den Universitäten Basel und Freiburg/Br. mit einer Dissertation zu Netzwerken und Lebenswelten osteuropäischer RevolutionärInnen in der Schweiz promoviert. Die Dissertation befindet sich im Druck und wird unter dem Titel „Netzwerke und Freundschaft: Sozialdemokraten in Rumänien, Russland und der Schweiz an der Schwelle zum 20. Jahrhundert“ im Frühjahr 2011 erscheinen. Ab März 2011 tritt Laura Polexe eine Stelle an der Fachhochschule Nordwestschweiz an. Für ihren beruflichen Wechsel wünschen wir ihr sehr viel Erfolg.

Sandrine Mayoraz M.A.

Auch für Laura Polexe konnte glücklicherweise schnell eine Nachfolgerin gefunden werden: Sandrine Mayoraz hat in Basel Osteuropäische Geschichte und Slavistik studiert und im Dezember ihr Studium erfolgreich mit einer Masterarbeit über den Bund in der Schweiz abgeschlossen. Sandrine Mayoraz wird in Basel eine Promotion angehen, das Konferenzprojekt „Krieg und Frieden“ weiterführen und den Lehrstuhl mit eigenen Lehrveranstaltungen stärken.

Dr. Jeronim Perovic

Seit dem Februar 2008 arbeitet Dr. Jeronim Perovic an unserem Lehrstuhl an seinem Habilitationsprojekt zu Staatsbildungsprozessen und gesellschaftlichen Wandel im Nordkaukasus der frühen Sowjetzeit. Promoviert wurde er an der Universität Zürich mit einer Arbeit zum russländischen Regionalismus. Per 1. März 2011 wird Jeronim Perovic leider unseren Lehrstuhl verlassen: Aber wir freuen uns sehr, mitteilen zu können, dass er eine SNF-Förderprofessur am Historischen Seminar der Universität Zürich antreten wird. Dort wird er zum Thema „Energie und Macht in der sowjetischen und russländischen Geschichte“ arbeiten. Für diesen beruflichen Wechsel wünschen wir Herrn Dr. Perovic alles Gute und hoffen, dass er uns Baslern weiter verbunden bleibt.

 

KOLLOQUIUM

Ein weiterer Neuanfang findet im Kolloquium statt. Es wird nun mittwochs von 16-18 Uhr (früher 14-16 Uhr) angeboten und widmet sich im Frühjahrssemester 2011 den Verflechtungen von Jüdischer und Osteuropäischer Geschichte. Eingeladen wurden zahlreiche Spezialistinnen und Spezialisten auf diesem Gebiet. In der jeweils vorangehenden Sitzung sollen im Kolloquium Texte besprochen und diskutiert werden, die auf den Vortrag in der kommenden Woche vorbereiten. (Die Texte sind bereits im Intranet – ISIS abrufbar). Das Kolloquium richtet sich insbesondere an fortgeschrittene Studierende und Doktoranden der Osteuropastudien, der Jüdischen Studien, der Geschichte und der Osteuropäischen Geschichte, die herzlich zur Teilnahme eingeladen sind. Die erste Sitzung findet am Mittwoch, den 2. März 2011, 16 Uhr im Historischen Seminar statt.

Programm im FS 2011:

02.03.2011

 

Textlektüre: Judith Shuval: Diaspora Migration: Definitional Ambiguities and a Theoretical Paradigm, in: International Migration 38 (5)/2000, 41-55, sowie George P. Fletcher: Loyalty: An essay on the morality of relationships. Oxford 1993, 3-6, 25-26 und 33-40.

09.03.2011

 

Dr. des. Lou Bohlen (München): Jenseits von `Heimat` und `Diaspora`: Loyalitäten russischsprachiger Zuwanderer in Israel 1989 bis 2000

23.03.2011

 

Textlektüre: Eugen Ehrlich: Grundlagen der Soziologie des Rechts, Berlin 1989, 398-426 (Kap. XX: Methoden der Soziologie des Rechts).

30.03.2011

 

Dr. Yvonne Kleinmann (Leipzig): Jüdische Institutionen und Rechtsvorstellungen als Teil adliger Grundherrschaft? Eine Fallstudie aus dem frühneuzeitlichen Polen

06.04.2011

 

Textlektüre: Konstanty Gerbert: Living in the Land of Ashes, Budapest 2008, 19-33 (Kap. 2 – Identität).

13.04.2011

 

Isabel Schlerkmann (Basel): Die Stadt ohne Juden? Die Kinder der "letzen Juden" in Krakau

20.04.2011

 

Textlektüre: Moseley, Marcus: Jewish Autobiography: The Elusive Subject, in: Jewish Quarterly Review, Volume 95, Number 1, Winter 2005, 16-59.

27.04.2011

 

Dr. Alexis Hofmeister (Köln): Selbst Geschichte Schreiben. Autobiografik russländischer Juden als imperialer Text

29.04.2011

 

FREITAG – Studientag mit Freiburg i.Br.; Thema: Emotionen

04.05.2011

 

Textlektüre: Bommes, M./Thränhardt, D., Introduction, in: dies. (Hg.), National Paradigms of Migration Research: V&R unipress, Göttingen 2010, 9-38.

11.05.2011

 

Dr. Anna Lipphardt (Konstanz): Osteuropäisch-jüdische Geschichte aus Sicht der Migrationsforschung: State of the Art, konzeptionelle Herausforderungen, und mögliche zukünftige Forschungsrichtungen

18.05.2011

 

Textlektüre: Rebekka Habermas: Selbstreflexion zwischen Erfahrung und Inszenierung. Schreiben im Bürgertum um 1800, in: 48. Beiheft der Zeitschrift für Pädagogik (2004), 31-47.

25.05.2011

 

Dr. Martina Niedhammer (München): „Und die Komplimente […] sind etwas Rokoko“. Heiratsstrategien des Prager jüdischen Großbürgertums in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Spiegel von Selbstzeugnissen.

01.06.2011

 

 Textdiskussion Čeljabinsk

 

TERMINE

4. April 2011, 10.00-18.00 Uhr

Gesellschaftliche Räume in der Brežnev-Ära

Kollegiengebäude Raum 206; ein Workshop der Graduiertenschule Geschichte

17. Mai 2011 bis 21. Juni 2011

Stalin und der Stalinismus. Ein Erklärungsversuch zwischen Mythos und Geschichte

Kurs an der VHS beider Basel mit Beiträgen von Prof. Dr. Jörg Baberowski, Dr. Jörn Happel, Dr. Julia Obertreis und Prof. Dr. Frithjof Benjamin Schenk

26. bis 28. Mai 2011

Zentralasien: Auf dem Weg in die Moderne? Internationaler Workshop zur Untersuchung einer Konflikt- und Zukunftsregion

Workshop des Historischen Seminars und der Graduiertenschule Geschichte

 

Weitere Informationen und Termine unter:

osteuropa.unibas.ch/aktuell/

http://slavistik.unibas.ch/index.php?id=12268

 

KONTAKT

Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte
Historisches Seminar, Universität Basel
Hirschgässlein 21
CH – 4051 Basel
Tel.: 061 295 96 66
Fax: 061 295 96 40
E-Mail: osteuropa-histsem-at-unibas.ch

 

[zurück]