News-Archiv 2016

History Lecture mit Prof. Dr. em. Karl Schlögel auf youtube!

Am 27. Oktober 2016 hielt Prof. Dr. em. Karl Schlögel einen öffentlichen Vortrag zum Thema "Das Leben der Dinge – Über Kontinuitäten und Brüche in der Russischen Revolution".

Der Vortrag stiess auf grossen Anklang. Rund 300 Interessierte aus der Schweiz und dem grenznahen Ausland sind für den Vortrag von Karl Schlögel erschienen. Der renommierte Osteuropahistoriker ging der Frage nach, was mit Geschichtsschreibung passiert, wenn sie sich aus der Fixierung auf einen monumentalen Wendepunkt befreit und sich dem Problem der Gleichzeitigkeit von Ungleichzeitigkeit von Lebenshorizonten stellt?

"Geschichtliche Zäsuren wie die Revolution von 1917 betonen den Bruch. Aber das Leben hat seine eigene Schwerkraft", so Schlögel. "Es geht weiter, auch wenn eine allmächtige Partei entschieden hat, dass von nun an alles anders werden wird. Das Essen wird nach Rezepten zubereitet, auch wenn die alten Kochbücher aus dem Verkehr gezogen sind. Der Duft eines Parfüms weht noch, wenn der Pulverdampf sich längst verzogen hat. Umgekehrt gilt aber auch, dass in wenigen Wochen durchlebt wird, wozu es sonst eines ganzen Jahrzehnts bedarf."

Den Vortrag von Prof. Dr. em. Karl Schlögel sowie die Einführung durch Prof. Dr. Benjamin Schenk finden Sie auf Youtube.

Karl Schlögel (Bild: Arno Burgi/zvg)

Warum gibt es keinen Frieden? Überlegungen zum Verhältnis von Macht und Gewalt

Einladung zum Vortrag von Prof. Dr. Jörg Baberowski (Humboldt Universität Berlin)

Donnerstag, 15. Dezember 2016, 18.15 Uhr, Universität Basel, Kollegienhaus, Petersplatz 1, Hörsaal 102

Der Vortrag findet im Rahmen der Vortragsreihe: "Grenzenlos grausam? Bilder der Gewalt in der antiken Welt" des Antikenmuseums Basel, Skulpturhalle statt. Weitere Informationen zu der Veranstaltung und der Veranstaltungsreihe finden Sie hier. Wir freuen uns, Sie begrüssen zu dürfen!

Sheila Fitzpatrick (Sydney) in Freiburg!

Montag 5. Dezember, 18-20 Uhr, Freiburg i. Brg., KG III, Raum 3043

Annexing Jews: A Reconsideration of the Rise of Anti-Semitism in the 1940s

Das Historische Seminar der Universität Freiburg im Breisgau lädt gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte der Universität Basel zum Vortrag von Prof. Dr. Sheila Fitzpatrick (Sydney) ein. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Geschichte des Stalinismus, moderne russische Geschichte und seit neuerem der transnationale Forschungsansatz zu displaced persons (DPs) nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine Reise nach Freiburg für diese renommierte Historikerin wird sich lohnen!

Bilanz der ersten Farbrevolution im postsowjetischen Raum: Georgiens Entwicklung seit 2003

Vortrag von Dr. phil. Uwe Halbach (Berlin)

28. November 2016, 19.15 Uhr, Universität Basel, Petersplatz 1, Kollegienhaus, Hörsaal 117

Der Machtwechsel in Georgien vom November 2003 ging als die erste „Farbrevolution“ in die nachsowjetische Geschichte ein. Die sogenannte Rosenrevolution präsentierte sich als zweiter Anlauf zu politischer und wirtschaftlicher Transformation, nachdem der erste Anlauf unter Eduard Schewardnadse nicht weit geführt hatte. Wie sieht nun die Bilanz des politischen und wirtschaftlichen Wandels nach dieser Zäsur aus?

Dr. Uwe Halbach ist an der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin tätig. Seine regionalen Forschungsfelder sind der Kaukasus und Zentralasien.

Weiteres entnehmen Sie dem Flyer [PDF (1.7 MB)].

Jüdische Geschichte im Osten Europas

Studientag am Dpnnerstag, 24. November 2016, 12.30-19.00 Uhr

Zentrum für Jüdische Studien, Leimenstr. 48, 4051 Basel

12.30 Uhr
Empfang und Imbiss

13.15 Uhr
Begrüssung
Erik Petry, F. Benjamin Schenk

13.30 – 15.00 Uhr
Vortrag mit Diskussion
Olga Litvak (Clark University): “Zionism Before Herzl: The Cultural Origins of the Jewish Revolution“

15.00 – 16.30 Uhr
Vortrag mit Diskussion
Alexis Hofmeister (Universität Basel): “Self-Invention of the Pariah? To Whom Jewish Life Stories in the Russian Empire, the Habsburg Monarchy and the Ottoman Empire Have Mattered and Why“

16.30 – 17.00 Uhr
Kaffeepause

17.00 – 18.30 Uhr
Vortrag mit Diskussion
Markus Nesselrodt (FU Berlin): “On Being Refugees, Westerners and Comrades: Polish-Jewish Experiences of Surviving World War II in Soviet Central Asia (1941–1946)“

19.00 Uhr
Gemeinsames Abendessen

Weitere Informationen entnehmen Sie dem Flyer.

Ungarn 1956. Ein Jahrhundertereignis und seine Interpretationen

Vortrag von Dr. Kristián Ungváry (Budapest)

9. November 2016, 18.15 Uhr, Universität Basel, Petersplatz 1, Kollegienhaus, Hörsaal 117

In Kooperation mit der Stiftung zur Förderung der ungarischen Geschichte, Kultur und Sprache und dem Osteuropa-Forum Basel lädt das Departement Geschichte zum Vortrag von Dr. Krisztián Ungváry ein. Er ist Mitarbeiter der Ungarischen Staatsbibliothek István Széchenyi und wissenschaftlicher Beitrat des Jahrbuchs für historische Kommunismusforschung.

Abstract
Die ungarische Revolution im Jahr 1956 wurde von den Zeitgenossen je nach politischer Strömung unterschiedlich interpretiert. Für die kommunistische Geschichtsschreibung war es eine faschistische Revolte, für westliche Autoren entweder die Verkörperung des linken Gedankens, im Sinne eines Arbeiteraufstandes, oder ein antikommunistischer Aufstand. Der Vortrag von Krisztián Ungváry wird die Hintergründe dieser Interpretationen erhellen und die Vielschichtigkeit des Ereignisses nachzeichnen.

Der Eintritt ist frei. Im Anschluss wird ein Apéro spendiert.

Derselbe Vortrag findet am 10. November 2016, 18.15 Uhr ebenfalls am Deutschen Seminar der Universität Zürich statt.

Weiter Informationen entnehmen Sie auch dem Flyer [PDF (4.7 MB)].

Zusammenarbeit in der Krise - Das Engagement der Schweiz in der Ukraine

Einladung zum Podiumsgespräch

Mittwoch, 2. November 2016, 17.00-19.15 Uhr, Türöffnung 16.30 Uhr, Kollegienhaus Universität Basel, Hörsaal 102

Die Schweiz engagiert sich im Rahmen der Ostzusammenarbeit seit 15 Jahren in der Ukraine, einem der grössten, aber auch ärmsten Länder Europas. Seit dem Ausbruch des Krim-Konflikts mit Russland im Jahr 2014 befindet sich das Land in einer tiefgreifenden Krise. Die Folgen sind Tausende von Toten und anderthalb Millionen Vertriebene, massive Zerstörung von Infrastruktur im industrialisierten Osten, eine kritische humanitäre Situation sowie eine Wirtschaftsdepression mit schwerwiegenden sozialen Folgen.
Wie kann die Schweiz angesichts dieser dramatischen Bedingungen dazu beitragen, die Lage der Bevölkerung zu verbessern? Kann sie über die Nothilfe hinaus Anstösse für eine weitergehende nachhaltige soziale und wirtschaftliche Entwicklung der Ukraine geben? Welches sind generell die Chancen und die Grenzen internationaler Zusammenarbeit in Ländern mit akuten Konflikten und fragiler Staatlichkeit?

Im Gespräch sind:

Sibel Arslan, Nationalrätin, Grüne (BastA!)
Elisabeth Schneider-Schneiter, Nationalrätin, CVP
Gretta Fenner, Direktorin Basel Institute on Governance
Prof. Dr. Frithjof Benjamin Schenk, Universität Basel
Botschafterin Elisabeth von Capeller, Vize-Direktorin, Leiterin des Bereichs Ostzusammenarbeit, DEZA
Ivo Germann, Leiter Operationen, Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, SECO
Holger Tausch, Leiter Schweizer Kooperationsbüro in Kiew

Moderation: Luzia Tschirky, Journalistin

Anmeldung
Bis spätestens 24. Oktober 2016, mit Anmeldekarte resp. an deza-at-eda.admin.ch.
Bitte früh anmelden, die Teilnehmerzahl ist beschränkt! Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass wir keine Teilnahmebestätigung verschicken.

Die Teilnahme ist kostenlos. Im Anschluss wird ein Apéro offeriert.

Weitere Informationen
Information EDA, Bundeshaus West, 3003 Bern,
Tel. 058 462 44 12, deza-at-eda.admin.ch
Dies ist eine gemeinsame Veranstaltung der Universität Basel mit der DEZA und dem SECO.

Weiteres entnehmen Sie auch dem Flyer.

Basel History Lecture 2016: Das Leben der Dinge – Über Kontinuitäten und Brüche in der Russischen Revolution

Donnerstag 27. Oktober 2016, 18.15 Uhr, Kollegienhaus der Universität Basel, Aula

Öffentlicher Vortrag mit Prof. Dr. em. Karl Schlögel (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder)

Geschichtliche Zäsuren wie die Revolution von 1917 betonen den Bruch. Aber das Leben hat seine eigene Schwerkraft. Es geht weiter, auch wenn eine allmächtige Partei entschieden hat, dass von nun an alles anders werden wird. Das Essen wird nach Rezepten zubereitet, auch wenn die alten Kochbücher aus dem Verkehr gezogen sind. Der Duft eines Parfums weht noch, wenn der Pulverdampf über den Barrikaden sich längst ver- zogen hat. Umgekehrt gilt aber auch, dass in wenigen Wochen durchlebt wird, wozu es sonst eines ganzen Jahrzehnts bedarf. Was passiert mit der Geschichtsschreibung, die sich aus der Fixierung auf einen monumentalen Wendepunkt löst und sich dem Problem der Gleichzeitigkeit der Ungleichzeitigkeit von Lebenshorizonten stellt?

ab 19 Uhr Apéro im Vorraum der Aula

Hier finden Sie den Flyer zur Veranstaltung.

Die SemesterpOST ist da!

Pünktlich zum Semesterstart flattert die SemesterpOST ins Haus. Sie informiert über Veranstaltungen des kommenden Semester, welche personellen Wechsel und Neuigkeiten es gibt und das Forschungskolloquium von diesem Herbstsemster 2016. Viel Spass bei der Lektüre!

Verleihung des Fritz Theodor Epstein-Preises an Dr. Ivo Mijnssen

Herzliche Gratualtion

Am 21. September 2016 wurde Dr. Ivo Mijnssen anlässlich des Deutschen Historikertags in Hamburg vom Verband der OsteuropahistorikerInnen (VOH) der Fritz Theodor Epstein-Preis 2016 verliehen. Ivo Miijnssen hat an der Basel Graduate School of History (BGSH) doktoriert und 2015 seine Promotion mit "summa cum laude" abgeschlossen. Die Dissertation mit dem Titel "Memorial Landscapes in the Postwar Generation. The Soviet Hero-Cities of Tula and Novorossiisk in the Brezhnev Era" wurde durch ein Startstipendium der BGSH und ein Stipendium der Gerda-Henke-Stiftung gefördert und wissenschaftlich von Prof. Dr. F. Benjamin Schenk (Universität Basel) und Prof. Dr. Amir Weiner (Stanford University) betreut. Wir gratulieren Ivo Mijnssen herzlich zu dieser Auszeichnung!

Masterarbeiten - Werkstattbericht

Freitag 14. Oktober 2016, 9.00–12.45 Uhr, Departement Geschichte, Kanonengasse 27, Sitzungszimmer

Zum diesjährigen Masterstudientag werden Josua Rufer, Gabriel Zsolt Ohanowitsch und Rhea Rieben ihre laufenden Masterarbeiten bei Prof. Benjamin Schenk in Werkstattberichten vorstellen, um anschliessend Probleme und Fragen mit dem Plenum zu diskutieren. Ausserdem wird es die Gelegenheit geben, generelle Fragen zum Verfassen einer Masterarbeit zu stellen. Jeder der bald oder mittelfristig eine Masterarbeit schreiben wird oder die Lust hat, mehr über die laufenden Masterarbeitsprojekte zu erfahren, ist herzlich eingeladen teilzunehmen. Im Vorfeld werden kurze Exposés zu den Masterprojekten verschickt, auf deren Grundlage dann die Diskussion stattfinden wird.

Gerne kann man sich bis bei bianca.hoenig-at-unibas.ch anmelden. Spontane Gäste sind ebenfalls willkommen!

Polnisch I

Warum nicht eine neue Sprache lernen? Wie wärs mit Polnisch?

Das Slavische Seminar bietet im HS 2016 gemeinsam mit dem Sprachenzentrum einen Polnisch I Kurs für AnfängerInnen an. Der Kurs findet jeweils Donnerstags von 16:15–19:00 Uhr statt. Dafür erhält man 3 Kreditpunkte. Für weitere Fragen kann man sich an die Dozentin Sophia Polek (sophia.polek-at-stud.unibas.ch) wenden oder im Kursprogramm informieren:

https://sprachenzentrum.unibas.ch/kursprogramm/4623

 

 

Erstsemestrigen-Info/Semestereröffnungs-Apéro

Montag 19.09.16, 18.15/19.00 Uhr, Slavisches Seminar, Nadelberg 8

Um 18.15 Uhr findet im Slavischen Seminar eine Informationsveranstaltung für die neuen Studierenden der Osteuropa-Studien und Osteuropäischen Kulturen statt. Im Anschluss wird von der Fachgruppe Osteuropa zum Apéro um 19.15 Uhr geladen. Alle Studierenden und Mitarbeitenden sind ebenfalls herzlich dazu eingeladen!

"Liebe Grüsse aus Moskau" - die Datenbank zur Ausstellung!


Die über 400 Einzelstücke umfassende Sammlung von zarenzeitlichen Postkarten des Lehrstuhls für Osteuropäische Geschichte ist nach ihrer Digitalisierung nun endlich online über unsere Homepage abrufbar. Die auf das System SALSAH aufgeschaltete Datenbank bietet einmalige Einblicke in die Kultur des Postkartenschreibens und wird von einigen Kontextualisierungen und einem kleinen Benutzerhandbuch für die ersten Schritte ergänzt. Den Zugang zur Datenbank und mehr über die Geschichte der Sammlung finden sie unter:

https://dg.philhist.unibas.ch/bereiche/osteuropaeische-geschichte/projekte-konferenzen-initiativen/postkarten-russlands/

Streifen

Fritz Theodor Epstein-Preis für Dr. des. Ivo Mijnssen

Der Verband der OsteuropahistorikerInnen (VOH) hat Dr. des Ivo Mijnssen für seine Dissertation "Memorial Landscapes in the Postwar Generation. The Soviet Hero-Cities of Tula and Novorossiisk in the Brezhnev Era" mit dem Fritz Theodor Epstein-Preis 2016 ausgezeichnet. Der Fritz Theodor Epstein-Preis wird alle zwei Jahre vom VOH für die beste Dissertation im Fach Osteuropäische Geschichte vergeben. Die Preisverleihung findet am 21. September 2016 im Rahmen einer Veranstaltung des VOH auf dem Deutschen Historikertag in Hamburg statt.

Dr. des. Ivo Mijnssen hat an der Basel Graduate School of History (BGSH) doktoriert und 2015 seine Promotion mit "summa cum laude" abgeschlossen. Die durch ein Startstipendium der BGSH und ein Stipendium der Gerda-Henke-Stiftung geförderte Arbeit wurde wissenschaftlich von Prof. Dr. F. Benjamin Schenk (Universität Basel) und Prof. Dr. Amir Weiner (Stanford University) betreut.

Martina Baleva gewinnt "Teaching Excellence Award"

Der diesjährige Teaching Excellence Award in der Kategorie "Modern Scholarship" geht an Martina Baleva. Die Auszeichnung ehrt Lehrende, welche die Studierenden für Forschung und Lehre begeistern.  

Die Studierenden der Universität Basel hatten dieses Jahr erstmals die Gelegenheit, Dozierende für Lehrpreise zu nominieren. Rund 800 gültige Nominationen aus allen Fakultäten waren eingegangen, aus denen fünf Jurys die Gewinnerinnen und Gewinner der Teaching Excellence Awards ausgewählt haben.  

In der Kategorie "Modern Scholarship" ging der Preis an unsere hauseigene Professorin Martina Baleva, FAG-Stiftungs-Assistenzprofessorin für Kulturelle Topographien Osteuropas!  

Laut der Jury nimmt die Preisträgerin die Studierenden auf Augenhöhe wahr und vermittelt ihnen Leidenschaft für Wissenschaft. Es sei ihr in herausragender Weise gelungen, sich und das Fach gesellschaftlich zu positionieren, in ihrer Lehre Welt und Wissenschaft zusammenzubringen, bei den Studierenden Verständnis für den wissenschaftlichen Diskurs zu wecken sowie klare und hohe Ansprüche an die Studierenden zu stellen und eine selbständige Weiterentwicklung anzustossen. Den offiziellen Artikel der Universität finden Sie unter diesem Link.  

Die Studierenden und Dozierenden des Fachbereichs Osteuropa freuen sich sehr und gratulieren Martina Baleva ganz herzlich!

Zur Zimmerwaldbewegung

Ein Gedenkanlass zur Konferenz in Kiental vom April 1916

Kurzbericht vom 11. Mai 2016, Jürg Ulrich, Prof Dr. med.

Zu diesem Anlass, der vom 27. April bis zum 1. Mai 2016 stattfand, trafen sich etwa zwanzig Historikerinnen und Historiker aus der Schweiz, Frankreich, Russland und den USA im Hotel Bären in Kiental, also demjenigen Ort, an dem vor hundert Jahren weltgeschichtlich wichtige Beschlüsse gefasst wurden.

An insgesamt sechs Sitzungen des Gedenkanlasses kam die Geschichte der Zimmerwalder Bewegung (zu welcher auch die Konferenz von Kiental 1916 gehörte), die Endphase des Ersten Weltkriegs und dessen wichtigstes Ereignis, die Russische Revolution, zur Sprache.

Am Abend des Mittwoch, 27. April 2016 wurden die Teilnehmer vom Organisator des Anlasses, Prof. Dr. med. Jürg Ulrich, begrüsst und auf die weltpolitische Lage aufmerksam gemacht, die durch den Ersten Weltkrieg entstanden war. Im gleichen Gebäude, in dem sie sich befanden, hatten vor hundert Jahren welthistorisch folgenreiche Besprechungen stattgefunden, die zur Schaffung einer neuen, der Dritten Internationalen Arbeiterassoziation (kurz Komintern), führten.

Am der ersten Sitzung des Gedenkanlasses wurden die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs und der Russischen Revolution auf die Schweizerische Arbeiterbewegung besprochen. Der von Lenin in 21 Bedingungen verlangte Bruch mit der alten Internationale wurde von der Schweizer Sozialdemokratie als erniedrigend empfunden und deshalb abgelehnt. Dies kam in zwei verschiedenen Vorträgen zum Ausdruck. Diese wurden ergänzt durch Grussworte einer Vertreterin der Robert Grimm Gesellschaft.

Eine weitere Sitzung befasste sich mit der Lage der organisieren Arbeiterschaft in Deutschland und Frankreich. Deren revolutionäre Linke bedauerte, dass es nicht zu grösseren Klassenkämpfen gegen den Krieg gekommen war, wie man sich das am ausserordentlichen Kongress der Zweiten Internationale in Basel 1912 vorgenommen hatte. Die Ermordung von Jean Jaures unmittelbar vor Kriegsausbruch, diejenige von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg nach der deutschen militärischen Niederlage zeigten, zu welch fanatischem Eifer bürgerliche Kreise bei grossen sozialen Spannungen fähig sind. Am Gedenkanlass wurde das wiederholt hervorgehoben.

Redner an weiteren Sitzungen befassten sich mit Vorgängen im Zusammenhang mit der Russischen Revolution. Einer davon zeigte äusserst nuanciert Auseinandersetzungen im Inneren der Sozialrevolutionären Partei nach, die an die Russische Bauernschaft gebunden war. Auch in der bolschewistischen Partei flackerten alte Meinungsunterschiede in Bezug auf parlamentarische Strategien wieder auf.

An anderen Sitzungen kamen Erwägungen zum Ausdruck, inwiefern die Zeit der Russischen Revolution Ähnlichkeiten mit der heutigen zeigt. Als sehr unheimlich wurde dabei die Militarisierung des Mittelschulbetriebs in Russland geschildert. Ein weiterer eindrücklicher Vortrag beschrieb die Arbeitsverhältnisse auf Schiffen der Fischerei. Bei Unbotmässigkeit von Fischern und Matrosen sollen die Seeoffiziere nicht davor zurückschrecken, Unzufriedene ins Meer zu werfen, was den sicheren Tod bedeutet.

Kampf gegen Krieg und Militarismus täte also Not. Zeichen eines solchen sind einstweilen offenbar nicht nachzuweisen.

11. Mai 2016

Jürg Ulrich, Prof Dr. med.

On the Edge of Siberia...

Exkursion nach Chelyabinsk und Ekaterinburg

Kaum war der letzte Semestertag vorbei, haben sich eine Gruppe Studierende unter der Leitung von Prof. Benjamin Schenk auf nach Sibirien gemacht, um das während dem Semester gelernte "im Feld" zu studieren. Die Reise führte sie am 4. Juni von Zürich aus über Moskau, mit dem Zug nach Chelyabinsk, weiter nach Yekaterinburg und schliesslich am 13. Juli wieder zurück nach Zürich. Wie es der Gruppe ergangen ist und welche Eindrücke sie gesammelt haben, können auf instagram und facebook nachvollzogen werden! Es folgt später noch ein ausführlicher Bericht von einem der Studierenden.

Auch das Universitäts Fernsehen der Süd-Ural Universität in Chelyabinsk ist auf sie aufmerksam geworden und hat einen kurzen Film zu ihrem Besuch gedreht. Er kann hier angeschaut werden.

Noch nicht genug, fand sich auf ihrem Ausflug in die ehemalige Handelsstadt Troitsk, auch die lokale Presse ein, welche in mehreren Organen von der Gruppe Schweizer berichtet. Der Artikel "Auf der Suche nach den Geheimnissen Troitsk" schmückt sogar die Titelseite von "Vperëd". 

region-uu.ru/news/7866-studenty-iz-shveycarii-progulyalis-po-troicku.html

u24.ru/news/28014/po-troicku-progulyalis-studenty-iz-shveycarii

 

Hier finden Sie auch den Exkursionsbericht verfasst von Luca Thoma sowie ein paar Eindrücke in Bildern.

Schweizerische Ostzusammenarbeit (DEZA/SECO) sucht ...

... Interessierte Studentinnen und Studenten des Fachbereichs Osteuropa für die Vorbereitung einer Veranstaltung gemeinsam mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA.

Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA organisiert dieses Jahr gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO verschiedene Veranstaltungen zum Engagement der Schweiz im Westbalkan und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion auf ihrem Weg zu sozialer Marktwirtschaft und Demokratie. Im Zentrum dieser Abendveranstaltungen in verschiedenen Schweizer Städten steht die öffentliche Debatte zu Ziel, Ausrichtung und Wirksamkeit der Ostzusammenarbeit.

Die Organisator/-innen der DEZA möchten diese Veranstaltung in Basel gerne gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Uni Basel entwickeln. Gesucht werden ca. 8 Studierende des Fachbereichs Osteuropa, welche Interesse an einer Mitarbeit bei der konzeptionellen Vorbereitung und inhaltlichen Gestaltung der Veranstaltung am 6.10.2016 haben.
Interessentinnen und Interessenten an diesem Projekt melden sich bitte bis 13. Mai 2016 mit einem kurzen Motivationsschreiben per E-Mail bei: benjamin.schenk-at-unibas.ch

Mehr Informationen finden Sie auch hier.

Call for Applications - "Ukrainian Research in Switzerland (URIS)"-Fellowship

Die Initiative "Ukrainian Research in Switzerland" wird vom Schweizerischen Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) gefördert und setzt sich zum Ziel, einen nachhaltigen Beitrag zur Vertiefung der Ukraine-Expertise in der Schweiz zu leisten, den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und zur internationalen Vernetzung der in der Schweiz angesiedelten universitären Ukraine-Forschung beizutragen. Dazu betreibt URIS eine Datenbank zur Schweizer Ukraine-Forschung und organisiert wissenschaftliche Netzwerkveranstaltungen. Zweimal jährlich schreibt die Initiative das "URIS-Fellowship" an der Universität Basel aus.

Das URIS-Fellowship wird nach Exzellenz-Kriterien vergeben. Gesucht werden international ausgewiesene Forscher-Persönlichkeiten, die bereit sind, sich im Netzwerk der Schweizer Ukraine-Forschung zu engagieren und während ihres sechsmonatigen Aufenthaltes in der Schweiz eine Lehrveranstaltung mit Ukraine-Bezug an der Universität Basel anzubieten. Die Universität Basel ist ein dynamisches und international gut vernetztes Zentrum der Osteuropa-Forschung. 2005 wurde hier der erste interdisziplinäre BA-Studiengang "Osteuropa-Studien" in der Schweiz ins Leben gerufen. Institutionell wird der Fachbereich Osteuropa an der Universität Basel vom Slavischen Seminar und dem Lehrstuhl für osteuropäische Geschichte getragen. Daneben bestehen enge Kooperationsbeziehungen zur Kunstgeschichte, den Sozial-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie zu den Jüdischen Studien.

Die Ausschreibung und weiterführende Informationen finden Sie hier sowie auf www.uris.ch. Einsendeschluss für Bewerbungen ist der 01.05.2016.

Kontakt für Rückfragen:

Prof. Dr. Frithjof Benjamin Schenk
Universität Basel, Departement Geschichte
Hirschgässlein 21
4051 Basel
Tel +41 61 295 96 56
benjamin.schenk-at-unibas.ch 

Carla Cordin, MA
Wiss. Koordinatorin URIS
Universität Basel, Departement Geschichte
Hirschgässlein 21
4051 Basel
Tel +41 61 295 96 83
uris-at-unibas.ch

Geschlecht und Raum - Aktuelle Perspektiven der Osteuropa-Forschung in Basel

29. April 2016, 9.45–16.00 Uhr, Slavisches Seminar, Nadelberg 8, Seminarraum 13

Studientag des Fachbereichs Osteuropa der Universität Basel

09:45–10:00    Begrüßung

10:00–10:45    Eröffnungsvortrag von Prof. Prof. h.c. Dr. Elisabeth Cheauré  (Universität Freiburg i. Br.)
"Muße, Raum und Gender: Russland im 19. Jahrhundert"

10:45–11:30    Clea Wanner
"Von der Kurtisane zum Kinovamp. Der bedrohliche Körper im frühen russischen Film"

11:30–11:45   Kaffeepause

11:45–12:30    Mirjam Müller
"Homosexualität und Nation in der zeitgenössischen russischen Literatur"

12:30–14:00   Mittagspause

14:00–14:45    Anne Hasselmann
"Heimatkunde an der Heimatfront. Das Tscheljabinsker Museum im Grossen Vaterländischen Krieg"

14:45–15:30    Martin Jeske
Zwischenbericht zum SNF-Projekt "Ein Imperium wird vermessen. Kartographie, Wissenschaftstransfer und Raumerschliessung im Zarenreich (1797–1919)"

15:30–16:00    Schlussdiskussion & Zukunftsplanungen

Sie sind herzlich zur Teilnahme eingeladen und können sich bei Prof. Dr. Martina Baleva (martina.baleva@unibas.ch) anmelden.

Masterarbeiten - Work in progress

Freitag 22. April 2016, 9.30–12.30 Uhr, Seminarraum 2, Departement Geschichte

Zum diesjährigen Masterstudientag werden Sophia Polek (Slavistik/Osteuropäische Geschichte) und Marvin Rees (Europäische Geschichte) ihre laufenden Masterarbeiten bei Prof. Benjamin Schenk in einer Art Workshop vorstellen und anschliessend mit den Teilnehmenden über Fragen und Probleme diskutieren. Eingeladen zur Teilnahme sind fortgeschrittene Studierenden, die einen ersten Einblick zu erhalten möchten, wie eine Masterarbeit entsteht und was dabei zu beachten ist, sowie Interessierte. Als Vorbereitung wird den Teilnehmenden ein Exposé zugeschickt, dass zur Lektüre als Vorbereitung gedacht ist.

Gerne kann man sich bis bei bianca.hoenig-at-unibas.ch anmelden. Spontane Gäste sind aber ebenfalls willkommen.

SemesterpOST - sie ist da!

Pünktlich zum Semesterstart flattert die SemesterpOST ins Haus. Sie informiert über Veranstaltungen des kommenden Semester, welche personellen Wechsel und Neuigkeiten es gibt und das Forschungskolloquium von diesem Frühjahrssemster 2016. Viel Spass bei der Lektüre!

"Berufsfelder Osteuropa Nr.3" - Übersetzen als Beruf

Freitag 18.03.16, 16.00–18.00 Uhr, Slavisches Seminar, Raum 13, Nadelberg 8

Die Fachgruppe Osteuropa organisiert in unregelmässigen Abständen Gespräche zum Thema «Berufsfelder Osteuropa». Wir freuen uns, diesmal Dorothea Trottenberg bei uns als Gast begrüssen zu dürfen. Sie ist eine renommierte Übersetzerin und hat u.a. Ivan Bunin, Vladimir Sorokin und Elena Chizhova aus dem Russische übersetzt. Ausserdem ist sie Fachreferentin für Slavistik und Osteuropa-Studien an der Universitätsbibliothek Basel. Studierende und Interessierte sind herzlich eingeladen!

Hier [PDF (352 KB)] finden Sie den Flyer dazu.

Prof. Paul Werth - Mobilities in Russia's Asian Empire

Evening Lecture

Thursday, February 25, 2016, 6-8 pm, Seminar room 4
Departement of History, Hirschgässlein 21

Paul Werth is Professor in the Departement of History of the University of Nevada. His research focuses on the problem of religious freedom in the Russian Empire and the role of religious institutions and personnel in tsarist imperial governance.

As part of a broad assessment of Russia’s Asian Empire over the long nineteenth century, the evening
lecture focuses on a critical component of both tsarist attempts to reorder Asia and the actions of Russia’s Asian subjects themselves: mobility. Exploring various forms of movement based on engagement with a broad literature, the paper proposes that this focus, aside from capturing a dynamism that characterized the reordering of Asia’s northerly parts, permits us to connect diverse geographical points and historical processes with maximum efficiency. In effect, mobility offers a window through which we may understand major aspects of Russia’s experience as an Asian power.

Part of Prof. Paul Werth's visit to our Departement is a masterclass organised by Prof. Dr. Benjamin Schenk and Stefan Ragaz. To participate in the masterclass please register no later than February 15 by sending an email to: henning.lautenschlaeger-at-unibas.ch. You can find further informations here [PDF (1.6 MB)].

 

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