«Weit weg von Rom»: Blockseminar in Schleswig und Ribe

Weit weg vom Mittelmeer, wo die Polis erlebt und erdacht wurde und wo eine Stadt zum Haupt der Welt wurde - weit weg auch von den Limites des Imperiums, das Erinnerungen und Infrastrukturen, Säulen und Mauern hinterliess - wie entstanden im Mittelalter dort Städte, wo es nie zuvor Ähnliches gegeben hatte?

Das vor Ort zu erkunden, reisten 25 Basler Studierenden mit Prof. Jan Rüdiger im Frühjahrsemester 2014 zu «frühen Städten in Nordeuropa». In Schleswig – unter dem Namen Haithabu bekannt als ein Zentrum wikingerzeitlicher Handelswege – wurden die Spuren frühmittelalterlicher Stadtwerdung erkundet und ihre museale Aufarbeitung im Gespräch mit der Leiterin des ‹Wikinger Museums Haithabu› erörtert. An der Gezeitenküste der Nordsee wurden Sand und Watt als handelsgeographische Faktoren erlebbar. Der letzte Teil der Reise führte ins dänische Ribe (Ripen), den anderen bedeutenden frühen Handelsort auf der jütländischen Halbinsel mit Dom, Klosteranlagen und sorgfältig gepflegtem vormodernem Stadtkern.

 

 

 

 

Die Dome von Schleswig (l.) und Ribe
Mit dem Boot von der Schleswiger Altstadt über die Bucht zur Ausgrabungsstätte Haithabu
Referat zum Thema Schiffbau – im Hintergrund entsteht derweil experimentalarchäologisch ein Schiff.
Quellenlektüre am Ort des Geschehens: ‹Vita Anskarii› in Haithabu
Der Limes des Nordens: Wanderung am Danewerk, der mittelalterlichen Grenzmauer Dänemarks
...und nach der Sitzung ab ins Watt: die Nordsee erleben
Frühneuzeitliche Planstadt holländischer Art: Friedrichstadt
Nach dem Nachtessen: Seminarsitzung vor der Jugendherberge Schleswig
Alter Nordseehafen im Marschland: Blick vom Domturm in Ribe
Stadtrundgang in Ribe mit dem Nachtwächter, 22.30 Uhr unter 55° 20’ Nord
Südweststurm auf dem Strand der Nordseeinsel Rømø