Renaissance und Frühe Neuzeit: Prof. Dr. Susanna Burghartz

 

Am Lehrstuhl für Renaissance und Frühe Neuzeit steht die Auseinandersetzung mit grundlegenden und prägenden Wandlungsprozessen der Zeit zwischen 1450 und 1800 im Zentrum. In unserem Team befassen wir uns in Forschung und Lehre mit  Neu- und Umcodierungen ebenso wie mit Veränderungen und Persistenzen dieser Zeit.

Die Geschichte dieser «Vormoderne» verstehen wir nicht als einfache Erfolgsgeschichte, die wie selbstverständlich in der Moderne resultiert. Vielmehr betrachten wir sie auch als ein Laboratorium, dessen historischer Eigensinn unsere Perspektiven auf Möglichkeitsräume in der Gegenwart schärft. Entsprechend spiegeln sich unsere aktuellen Interessen auch in unseren Forschungsprojekten und Lehrangeboten wieder. Das gilt insbesondere für die Verflechtung Europas mit dem Rest der Welt im Zeichen von Expansion und Kolonialgeschichte, sowie für die Geschichte spätmittelalterlicher und frühneuzeitlicher Städte und Zentren, in der sich soziales, kommunikatives und ökonomisches Handeln mit der (medialen) Zirkulation von Waren und Wissen verschränkt.

Fragen nach Ordnung, Unordnung und Umordnung, nach Erfolg und Scheitern, nach Moral, Identität und Politik erörtern wir an lokalen Archivbeständen in Basel ebenso wie im globalen Kontext. Auf diese Weise trägt der Lehrstuhl zur Entwicklung einer innovativen Schweizer Geschichte bei und berücksichtigt gleichzeitig internationale Forschungsdiskussionen, etwa aus dem Bereich der entangled history oder der Globalgeschichte.

Lehre und Forschung profitieren gleichermassen von ihrer engen Verschränkung am Lehrstuhl für die Geschichte der Renaissance und der Frühen Neuzeit. Gerade die interepochale und interdisziplinäre Ausrichtung ist dabei ein Basler Charakteristikum. Denn neben Veranstaltungen mit anderen Disziplinen, wie etwa dem ProDoc «Sites of Mediation» oder im Basler Renaissancekolloquium, die in Kooperation mit der Kunstgeschichte stattfinden, ist uns die intensive Diskussion über Epochengrenzen hinweg, etwa im Vormoderne- oder Geschlechtergeschichtskolloquium, wichtig.

In jüngster Zeit ergänzen darüber hinaus methodische Auseinandersetzungen mit den digital humanities und praktische digitale Editionsprojekte die Arbeit am Lehrstuhl und garantieren ein zeitgemässes, quellenbezogenes und theorieaffines wissenschaftliches Arbeiten.

Weitere Informationen zu unseren Forschungsschwerpunkten finden sich hier.