Wissenschaftsgeschichte
Unter dem Stichwort Wissenschaftsgeschichte betreiben wir „historische Wissenschafts- und Technikforschung“. Wir verstehen darunter einen geschichtswissenschaftlichen Zugang, der sich aktiv mit den Theorien der „Science and Technology Studies“ (STS) auseinandersetzt.
Das Lehrangebot ist deshalb mit demjenigen des „Programms für Wissenschaftsforschung“ eng vernetzt. Dabei ziehen wir keine Trennlinie zwischen Wissenschaft und Technik, sondern rechnen in allen Epochen sowie für alle möglichen Orte der Entstehung und der Nutzung von Wissen und wissenschaftlich-technischen Praktiken mit Wechselwirkungen zwischen diesen. Unsere historische Wissenschafts- und Technikforschung befasst sich vor allem mit dem Zeitraum vom 18. bis zum 20. Jahrhundert, d.h. der Moderne. Sie bevorzugt die sozialen und kulturellen Aspekte der Wissenschafts- und Technikgeschichte, d.h. deren Wechselwirkungen mit Gesellschaft, Politik und Kultur als Vorbedingungen, Kontexten für Genese und Nutzung sowie als mögliche Wirkungsbereiche von Wissenschaft und Technik.
Wir reflektieren diese Beziehungen kritisch und diskutieren auch die Traditionen der Wissenschafts- und Technikhistoriographie in ihren gesellschaftsgeschichtlichen Kontexten.Die Wissenschaften und Techniken, die wie studieren, beschränken sich nicht auf physikbasierte Erscheinungen, sondern umfassen neben weiteren Naturwissenschaften (wie Biologie und Biotechniken) auch ausgewählte Sozial- und Kulturwissenschaften, darunter die Geschichtswissenschaft selbst.Wenn wir uns mit „Science and Technology“ auseinandersetzen, beziehen wir nach Möglichkeit die Industriegeschichte mit ein. Industrielle Technologien lassen sich ihrerseits nicht ohne Umweltaspekte analysieren; deshalb berücksichtigen wir auch die Umweltgeschichte.

